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Filmkritik

"Wenn Liebe so einfach wäre": Gealterte Hollywood-Granden in Bestform

Die Story: Jane und Jake sind Eltern dreier erwachsener Kinder - und seit zehn Jahren geschieden, weil er sie einst betrog. Während sie sich in ihrem Single-Leben eingerichtet hat, ist er mittlerweile mit der deutlich jüngeren Agness verheiratet. Und die will unbedingt noch ein zweites Kind. Für Jake bedeutet das Ultra-Stress - nicht zuletzt, weil es zwischen ihm und ihr sexuell nicht mehr zum Besten steht. Besser im Bett läuft es dagegen mit Jane in New York, wo sich die Ex-Ehepartner anlässlich der College-Abschlussfeier ihres Sohnes treffen und nach einem alkoholseligen Abend in einer Bar gemeinsam in einem Hotelzimmer landen. Es läuft sogar so gut, dass die beiden ihre Affäre im heimischen Santa Barbara fortsetzen, wo die erfolgreiche Bäckererbetreiberin Jane ein ausladendes Anwesen ihr Eigen nennt. Kompliziert wird's, als der dort mit Umbauplanungen beauftragte sympathische Architekt Adam seiner Auftraggeberin Avancen macht. Ja, ja, wenn Liebe so einfach wäre...



Die Schauspieler: Als gestandene Frau, die nach längerem Single-Dasein plötzlich von gleich zwei Männern umworben wird und darob in ein Gefühlschaos stürzt, zeigt sich Meryl Streep souverän wie immer. An ihrer Seite reizt Schwergewicht Alec Baldwin als Jake, der sich trotz neuer Ehe sehr forciert um seine Ex bemüht und dabei von seiner wiedererwachten Potenz fast geblendet wird, besonders das komische Potenzial seiner Rolle genüsslich aus. Viel verhaltener ist der Part von Slapstick-Meister Steve Martin angelegt, der als Adam beweisen darf, dass er darstellerisch auch die leiseren Töne beherrscht.



Der Regisseur: Spätestens seit "Was Frauen wollen" (2000) gilt Nancy Meyers als Spezialistin für Beziehungskomödien, die sich an ein erwachsenes, vorwiegend weibliches Publikum richten. In ihrem neuen Werk holt sie aus der Dreiecksgeschichte mit ihren speziellen Implikationen neben ein paar schön melancholischen Momenten einiges an Humor, auch der etwas derberen Art, heraus. Über die gesamte Lauflänge betrachtet, mangelt es dem Film allerdings etwas an Spritzigkeit. Zudem hatte Meyers ausgerechnet bei der Charakterzeichnung von Jakes aktueller Gattin eine unglückliche Hand: Die von Lake Bell verkörperte Agness wirkt mit ihrem stets verkniffenen Gesicht von Anfang an so unsympathisch, dass man sich automatisch fragt, was der Filou einst an ihr gefunden haben mag.



Fazit: Eine Komödie, die mehr von der Spielfreude der beiden Hauptdarsteller als vom Witz des Drehbuchs lebt.



USA, 115 Min., ab 12 J., Cinemaxx (alle), Hansa-Filmstudio, Koralle, Streits, UCI (alle)



Note: 3



BU: Offensichtlich: Zwischen Jane (Meryl Streep) und ihrem Ex Jake (Alec Baldwin) hat's wieder mächtig gefunkt.

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Datum:  21.1.2010
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