Das Thema: „Kontakthof“ zählt zu den bekanntesten Stücken der im vergangenen Jahr verstorbenen Tänzerin und Choreografin Pina Bausch. 1978 in Bauschs Tanztheater Wuppertal uraufgeführt, behandelt „Kontakthof“ den komplizierten Prozess der Annäherung zwischen den Geschlechtern: „Sich zeigen, sich verwehren. Mit Ängsten. Mit Sehnsüchten. Enttäuschungen, Verzweiflungen. Erste Erfahrungen. Erste Versuche. Zärtlichkeiten und was daraus entstehen kann.“ Im Jahr 2000 inszenierte Bausch ihr Stück erneut, diesmal mit Tanzamateuren im Rentenalter: „Kontakthof mit Damen und Herren ab 65“. Dem folgte 2008 „Kontakthof mit Teenagern ab 14“. Um Tanz als Kunstform einer neuen Generation zugänglich zu machen, studierte Bausch ihr Stück fast ein Jahr lang mit mehr als 40 Wuppertaler Schülerinnen und Schülern ein.
Die Regisseurin: Für ihren nun schon vierten Film über Pina Bausch hat die Kulturjournalistin Anne Linsel zusammen mit ihrem Kameramann Reiner Hoffmann die Proben zu „Kontakthof mit Teenagern ab 14“ von April 2008 bis zur Premiere des Stücks im November des Jahres begleitet. So vermittelt sich zum einen ein Eindruck von der Probenarbeit, bei der Bausch maßgeblich von ihren ehemaligen Tänzerinnen Jo Ann Endicott und Bénédicte Billiet unterstützt wurde. Zum anderen lassen sich bei vielen der Darsteller interessante Entwicklungsprozesse beobachten: Im Interview berichten die Jugendlichen von ihren Hoffnungen und Ängsten in Bezug auf das Stück und erzählen, was sie beim Tanzen über sich selbst gelernt haben.
Fazit: Ein berührender Dokumentarfilm, der zeigt, dass Tanztheater dabei helfen kann, den eigenen Horizont zu erweitern.