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Shortbus

Die Story: In einer Tricksequenz fährt die Kamera über ein Pappmaché-artiges New York, späht in einige Fenster und zeigt ein paar sehr reale Menschen. Was die dort treiben, dürfte manch unvorbereitetem Zuschauer die Schamesröte ins Gesicht treiben: James schafft es mit einem akrobatischen Meisterstück, sich selbst oral zu befriedigen, bevor sein Freund Jamie heimkommt. Die Domina Severin peitscht einen jungen Schnösel zur Ejakulation. Und Paartherapeutin Sofia arbeitet sich mit ihrem Mann Rob an allerlei Kamasutra-Stellungen ab, ist aber unglücklich darüber, dass sie noch nie einen Orgasmus hatte. Der exklusive Sexclub "Shortbus" ist der Ort, an dem sich die Wege aller fünf kreuzen werden.



Die Schauspieler, in einem Casting-Prozess rekrutiert und relativ unbekannt, zeichnen sich nicht nur durch sexuelle Experimentierfreudigkeit aus. Sie verleihen ihren Charakteren auch gewisse psychologische Tiefe.



Der Regisseur: John Cameron Mitchell erweist sich hier als eine Art "Hardcore-Woody-Allen". Sicher, rein formal betrachtet sind etliche Szenen pornografisch. Sie wirken allerdings wenig stimulierend. Zudem bleiben die Figuren - mit Ausnahme Sofias - nicht auf ihre geschlechtlichen Neigungen und Nöte reduziert. Bei James und Jamie drehen sich die Probleme um die Beziehung, bei Severin um das Gefühl der Einsamkeit. Ihre Suche nach Erfüllung gerät dem Regisseur zu einem vielleicht etwas naiven, vor allem jedoch erheiternden Plädoyer für sexuelle Freizügigkeit und Selbstverwirklichung. Zu einem humoristischen Höhepunkt kommt der Film, wenn sich das schwule Paar und ein Besucher des "Shortbus" ausgelassen bei einem Dreier vergnügen und dabei auf recht pikante Weise die amerikanische Nationalhymne intonieren.



Fazit: Ebenso freizügige wie amüsante Sexkomödie mit melancholischen Untertönen.

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Datum:  19.10.2006
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Julia Sextl

Relativ häufig muss ich kurzfristig ein Taxi bestellen, um noch pünktlich zu einem Termin zu kommen. Meistens stehe ich schon auf der Straße, wenn der Wagen