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Schläfer





Die Story: Beim Antritt einer Uni-Stelle in München freundet sich der junge Biologe Johannes (Bastian Trost) mit seinem algerischen Arbeitskollegen Farid (Mehdi Nebbou) an. Eine Verfassungsschützerin bittet Johannes, Farid zu bespitzeln, weil er im Verdacht stehe, ein islamischer Terrorist zu sein. Empört lehnt Johannes ab - doch die Saat des Misstrauens ist gesät: Mehr und mehr glaubt er, Hinweise für dubiose Aktivitäten Farids zu entdecken. Und als die beiden nicht nur im Job zu Rivalen werden, sondern sich auch noch in dieselbe Frau verlieben, gerät Johannes in Versuchung, seinen Freund zu verraten ...



Die Schauspieler: Bastian Trost und Mehdi Nebbou erweisen sich als Idealbesetzung für die Hauptrollen. Beide waren zuvor schon in einigen Kino- und TV-Filmen zu sehen: Bastian Trost etwa in "Aimee und Jaguar", Mehdi Nebbou unter anderem in Spielbergs "München".



Der Autor und Regisseur: Benjamin Heisenberg ist studierter Bildhauer, Mitgründer der Filmzeitschrift "Revolver" und Absolvent der Münchner Filmhochschule - ebenso wie Florian Henckel von Donnersmarck ("Das Leben der Anderen") und Christoph Hochhäusler, dessen Film "Falscher Bekenner" nächste Woche startet. Die drei befreundeten Regisseure werden international als Hoffnungsträger des neuen deutschen Kinos gefeiert. So lief Heisenbergs Langfilm-Debüt "Schläfer" 2005 erfolgreich in Cannes und gewann im Januar den renommierten Max-Ophüls-Preis. Der kluge, etwas spröde Film ist weniger ein Polit-Thriller als eine strenge Versuchsanordnung über die Korrumpierbarkeit des Menschen: Leise, ohne jede Effekthascherei und mit beeindruckender visueller Präzision schildert Heisenberg, wie ein toleranter Mensch in einer Demokratie zum Denunzianten werden kann, wie sich Unsicherheit, Eifersucht und Paranoia in sein Leben schleichen. Der Zuschauer nimmt dabei Johannes' Blickwinkel ein: Faszinierend, wie mit dem Verdacht im Hinterkopf plötzlich Farids Handlungen ihre Unschuld verlieren. Und es stellt sich die Frage: Wer ist der wahre Schläfer? Farid? Oder Johannes, der in gefährliche moralische Indifferenz abdriftet?



Fazit: Spannendes, fein beobachtetes, präzises Psychogramm über Verunsicherung, Verrat und die schleichende Korrumpierung der Menschen.

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Datum:  11.5.2006
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Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“