Die Story: In seiner Freizeit kennt der impulsive Gerüstbauer Richard Frei (!) keine Hindernisse – auf waghalsigen Parkour-Touren rennt er durch stillgelegte Mannheimer Industrieanlagen über Mauern, Dächer, Balkone und Zäune hinweg. Doch sonst kommt er im Leben nicht recht vorwärts: Im Beruf taucht eine Hürde nach der anderen auf, und in der Beziehung zu seiner hübschen Freundin Hannah steht ihm seine wild wuchernde Eifersucht im Weg – angestachelt durch giftige Bemerkungen eines österreichischen Arbeitskollegen, rutscht er immer tiefer in einen fatalen Strudel aus Misstrauen, Kontrollwahn und Aggressivität.
Die Schauspieler: Christoph Letkowski wandelt sich plausibel vom rennenden Richard zum rasenden Richie, punktet mit körperlicher Präsenz und weckt verblüffende Sympathien für den an sich schwer erträglichen Hitzkopf. An seiner Seite überzeugen unter anderem Nora von Waldstätten („Falscher Bekenner“) als selbstbewusste Hannah und Österreichs Exportschlager Georg Friedrich („Silentium“) in seiner Paraderolle als schmierige Nervensäge.
Der Regisseur: Das sehenswerte, mehrfach preisgekrönte Langfilmdebüt von Marc Rensing hält für die Zuschauer ein paar faustdicke Überraschungen bereit. Kleine dramaturgische Schwächen werden mühelos mit rasanten Schnitten überspielt. Der Film wirkt fast so, als hätte man James Bonds Parkour-Verfolgungsjagd am Anfang von „Casino Royale“ mit Elementen aus Shakespeares „Othello“ und Weingartners „Das weiße Rauschen“ verknüpft. Extremsport, Eifersucht und eine Expedition ins Hirn eines psychisch labilen Mannes – eine gewagte, aber gelungene Kombination.
Fazit: Energiegeladenes Psychodrama über die zerstörerische Kraft der Eifersucht.