Die Story: Bald nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs geraten rund 4700 deutsche Soldaten im chinesischen Tsingtao in japanische Kriegsgefangenschaft. Für etwa 1000 von ihnen ist mit der Verlegung ins Lager Bando nahe Naruto City das Schlimmste vorbei. Verantwortlich dafür ist Kommandant Toyohisa Matsue, der nicht nur den Generalmajor Kurt Heinrich vom Selbstmord abhält, sondern auch dessen Männern innerhalb des Camps viele Freiheiten lässt. Fast wie Einheimische werden die deutschen Kriegsgefangenen behandelt: Sie dürfen eine eigene Zeitung herausbringen, Brot backen und sogar Feste feiern. Und sie dürfen musizieren: Zu Ehren von Oberst Matsue erklingt so erstmals auf japanischem Boden "Freude schöner Götterfunken" aus Beethovens Neunter.
Die Schauspieler: Auf die Frage, wie er sich denn auf die Rolle des Majors Heinrich vorbereitet habe, antwortete Bruno Ganz: "Indem ich mir einen Bart anklebte." So viel Charisma er und Ken Matsudaira, der den Kommandant Matsue spielt, auch ausstrahlen: Das Drehbuch gibt ihnen viel zu wenige Gelegenheiten, ihren Rollen echtes Profil zu verleihen. Ähnliches lässt sich auch über Oliver Bootz und Kostja Ullmann als einfache Soldaten sagen - nur, dass es bei ihnen auch an Charisma mangelt.
Der Regisseur: So solide Masanobu Deme, der bei Akira Kurosawa studierte und seit 1968 Filme dreht, sein Handwerk auch beherrscht, so wenig gelingt es ihm, in den mehr als zwei Stunden ein Gefühl für das eigentlich spannende Thema zu vermitteln. Denn trotz des interessanten Stoffes plätschert das Geschehen die meiste Zeit einfach vor sich hin.
Fazit: Viel hängen bleibt von diesem Film nicht.