Die Story: In ihrer Heimat muss Fariba wegen eines lesbischen Verhältnisses um ihr Leben fürchten, in Deutschland droht ihr die Abschiebung, weil sie ihr Todesurteil nicht als beglaubigte Kopie vorlegen kann und sich beim Asylantrag auch noch in Widersprüche verwickelt. Um ihrem Schicksal zu entrinnen, nimmt die persische Dolmetscherin die Identität eines Landsmannes an, der Selbstmord beging, kurz bevor ihm eine Aufenthaltsgenehmigung erteilt wurde. Als Siamak kommt Fariba in einem Asylbewerberheim im Schwäbischen unter. Bei einem illegalen Job lernt sie die Fabrikarbeiterin Anne kennen, die zum Verdruss ihres eifersüchtigen Ex-Freundes an dem seltsamen Fremden Gefallen findet.
Die Schauspieler: Als gebürtige Iranerin ist Jasmin Tabatabai geradezu prädestiniert für die Hauptrolle. Eingeschlossen in "fremder Haut" vermittelt sie dem Zuschauer fast allein über subtile Mimik und Körpersprache Faribas stete Angst vor Enttarnung, gleichzeitig aber auch das unstillbare Verlangen einer starken Frau, zu leben und zu lieben. Gleichermaßen authentisch agiert Anneke Kim Sarnau: Ihre Filmfigur verguckt sich zwar in Siamak, steht jedoch zu ihren Gefühlen, als sich der vermeintliche Mann als Frau zu erkennen gibt.
Die Regisseurin: Die auch für das Drehbuch mitverantwortliche Angelina Maccarone hat ihre Story durchdacht konstruiert. Nicht zuletzt dank einer einfühlsamen Schilderung der Verhältnisse im Asylbewerberheim und des Milieus in dem piefigen Provinznest, in dem die kultivierte Großstädterin Fariba strandet, bleibt die Handlung bis zum geschickt in der Schwebe gehaltenen Ende fast immer glaubwürdig.
Fazit: Unter die Haut gehendes Flüchtlingsdrama mit einer grandiosen Hauptdarstellerin.
97 Min.; Neues Broadway, Zeise