Die Story: Seit er vor zehn Jahren die Arbeit an seinem Gemälde "La belle noiseuse" aufgegeben hat, malt der Künstler Frenhofer nicht mehr. Damals hatte ihm seine Frau Liz, mit der er zurückgezogen im Süden Frankreichs lebt, Modell gestanden. Nicht ohne Hintergedanken bringt der Kunsthändler Porbus bei einem Besuch den jungen Maler Nicolas und dessen schöne Freundin Marianne mit. Ob er nicht mit der jungen Frau als Modell sein mögliches Meisterwerk erneut in Angriff nehmen wolle, fragt Porbus den Alten. Von dieser Idee angetan, ziehen sich Frenhofer und Marianne zunächst für ein paar Stunden und schließlich für fünf Tage ins Atelier zurück. Und tatsächlich: Der Maler vollendet sein Bild ...
Die Schauspieler: Die Art, wie sie die komplizierte Beziehung zwischen Künstler und Modell lebendig werden lassen, zeugt von der großen Schauspielkunst Michel Piccolis und der jungen Emmanuelle Béart. Piccoli ist derart überzeugend, dass überhaupt nicht auffällt, dass in vielen Großaufnahmen nicht seine Hand, sondern die des Malers Bernard Dufour zu sehen ist.
Der Regisseur: Mit dem Großen Preis der Jury beim Festival von Cannes erhielt der damals schon über 60-jährige Jacques Rivette 1991 endlich die lang verdiente Auszeichnung. Trotz großartiger Werke wie "Paris gehört uns" und "Celine und Julie fahren Boot" hatte der stets experimentierfreudige Regisseur stets im Schatten seiner Nouvelle-Vague-Mitstreiter François Truffaut und Jean-Luc Godard gestanden. Von der Länge des Films (satte vier Stunden!) sollte man sich nicht schrecken lassen: Denn Rivette versteht es wie nur wenige, auch noch die kleinsten Gefühlsregungen seiner Figuren auf unspektakuläre Weise zu großen Ereignissen zu machen.
Fazit: Ein Meilenstein des französischen Autorenkinos, das den geduldigen Blick des Zuschauers vielfach belohnt.