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FILM DER WOCHE

Twilight

Vampire haben keine Spiegelbilder, fürchten sich vor Knoblauch und dem Kreuz und verbrennen im Sonnenlicht zu Asche. Außerdem kann man ihnen mit einem durchs Herz getriebenen Pflock den Garaus machen. Das alles war einmal. In ihrer vierbändigen, besonders bei weiblichen Teens immens beliebten romantischen Blutsauger-Saga, bricht Stephenie Meyer radikal mit der überlieferten Mythologie. Ihre Vampire sind vor allem cool. Zumindest wirken sie so in der Verfilmung des gleichnamigen ersten Buchs der Romanreihe, die in den USA bereits mehr als 150 Millionen Dollar einspielte.



Kein Wunder also, dass sich die 17-jährige Bella, die gerade frisch zu ihrem Vater in die verregnete Kleinstadt Forks gezogen ist, geradezu magisch von ihrem bleichgesichtigen, unnahbar erscheinenden Schulkameraden Edward angezogen fühlt. Bald werden ihre Gefühle erwidert. Ihr Verlangen lässt auch dann nicht nach, als ihr Edward offenbart, dass er ein Vampir mit übernatürlichen Kräften ist. Das Problem: Je mehr er Bella mag, desto mehr dürstet es ihn nach ihrem Blut - obwohl er einer Sippe von potenziell Unsterblichen angehört, die sich auf den Lebenssaft von Tieren spezialisiert hat. Entsprechend schwer fällt es ihm, "keusch" zu bleiben. Der bedingungslos verliebten Bella droht allerdings noch von anderer Seite Gefahr. Ein Mitglied eines sich ganz traditionell von Menschenblut ernährenden Vampir-Trios, das bereits seit einiger Zeit die Gegend um Forks unsicher macht, will ihr unbedingt an die Halsschlagader...



Das besondere Gespür für die Seelenlage Heranwachsender, das Catherine Hardwicke bereits bei "Dreizehn" (2003) und "Dogtown Boys" (2006) bewiesen hat, ist auch die Stärke von "Twilight". So gelingt es der Regisseurin wunderbar, Bellas Lebensgefühl sowie deren Sehnsucht nach der großen Liebe zu vermitteln. Sensibel inszeniert ist auch der Prozess der Annäherung zwischen dem scheuen, jungen Mädchen und dem melancholischen, seit 70 Jahren in ewiger Jugend gefangenen Edward. Dabei geben die beiden Hauptdarsteller Kristen Stewart ("Into the Wild") und Robert Pattinson (spielte den Cedric Diggory in "Harry Potter und der Feuerkelch") ein wahrhaft bezauberndes Paar ab.



Trotz Hardwickes starker Konzentration auf die an "Romeo und Julia" erinnernde Lovestory fällt Vampirfilm-typischer Grusel aber nicht ganz unter den Tisch. Vor allem bei den Auftritten des hippiesken menschenblutrünstigen Trios kommen auch weniger romantisch veranlagte Gemüter auf ihre Kosten. So richtig allerdings erst beim heftigen Showdown am Schluss.



Fazit: Für Fans der Vorlage auf jeden Fall ein Muss.

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Datum:  15.1.2009
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