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FILM DER WOCHE

Transformers

Die einen sind mit Barbie-Puppen aufgewachsen, die anderen mit den Transformers: Spielzeugroboter, die sich mit wenigen Handgriffen in Autos, Flugzeuge oder Waffen verwandeln lassen. Vor allem in den USA gibt es einen regelrechten Kult um die Actionfiguren, die der Spielzeugkonzern Hasbro 1984 mit einer geschickten Strategie auf den Markt warf: Rund um die Transformers wurden eine Comicserie, eine Fernsehserie und ein Zeichentrickfilm produziert. Nun musste offenbar die etwas eingerostete Verkaufsmaschinerie neu angekurbelt werden - und darum beschert man uns jetzt endlich auch den Spielfilm zum Spielzeug: "Hasbro und Paramount waren davon begeistert, aus einem erfolgreichen Produkt-Franchise einen Realfilm zu machen", verrät das Presseheft. Klingt anheimelnd, oder?



Der Film beginnt eigentlich sehr nett: Ein schusseliger Junge kauft sein erstes Auto, vor allem, um damit das heißeste Mädchen der Schule zu becircen, und stellt fest, dass dieses Auto in Wirklichkeit ein außerirdischer Roboter ist. Der Junge wird gespielt von Ex-Stand-up-Comedian Shia LaBeouf, der derzeit als "angesagtester Hollywood-Jungstar" gehypt wird und an den jungen Michael J. Fox erinnert; das Auto versprüht den Charme von "Herbie", "Knight Rider" und Carpenters "Christine". So weit, so unterhaltsam.



Aber dann erfahren wir, dass der Wagen zur Roboter-Rasse der Autobots gehört, die sich mit den abgrundtief bösen Decepticons um die Herrschaft auf dem Planeten Cybertron prügeln. Diesen Krieg der Blechbüchsen müssen sie ausgerechnet auf der Erde austragen, weil hier der alles entscheidende Energiewürfel versteckt ist. Und so droht wieder mal das Ende der Menschheit - und der Gipfel des Stumpfsinns. Denn nun machen nicht nur die Roboter eine Transformation durch, sondern auch der Film: Er verwandelt sich in eine monströse, monotone, martialisch-militärische Materialschlacht.



Zugegeben: Diese gigantische Zerstörungsorgie ist spektakulär gefilmt, und die Spezialeffekte sind sensationell. Aber erstens gehen einem die hirnrissigen Dialoge bald auf den Frack. Zweitens sind die Actionszenen so chaotisch choreografiert, dass man als Zuschauer im Roboter-Kampfgetümmel völlig den Überblick verliert, wer der Gute und wer der Böse ist und wer gerade wem die Ölwanne abreißt - irgendwann ist es einem, ehrlich gesagt, auch herzlich wurscht. Und drittens ist der Showdown einfach viel zu lang: Man wird müde und betäubt von dem bombastischen, lärmigen Actiongewitter, das auf das Kinopublikum einprasselt wie eine endlose Maschinengewehrsalve - schließlich hat man sich so satt gesehen, als hätte man ein Videospiel zu oft gespielt.



Inszeniert wurde das Spektakel von Krachwumm-Spezialist Michael Bay ("Armageddon", "Pearl Harbor"), dem "Master of Desaster", der leider seinem begnadeten Kollegen James Cameron ("Terminator") noch immer nicht das Wasser reichen kann. Bay kleistert die Bilder mit banaler, aufdringlicher Musik zu; er berauscht sich an kitschigen Kampfflugzeuge-im-Sonnenuntergang-Aufnahmen und nervt mit überflüssigen patriotischen Parolen wie "Junge, du bist jetzt ein Soldat!" oder "Ohne Opfer kein Sieg!". Wie schon bei bisherigen Projekten hat Bay eng mit dem Pentagon zusammengearbeitet - hier durfte er als Erster den neuen F-22-Kampfjet filmen und räumte dafür den Militärs ein Mitspracherecht im Schnittraum ein. Im Abspann bedankt er sich dann auch bei so ziemlich allen US-Militärorganisationen. Kein Wunder, dass sein Actionkracher über weite Strecken wie ein Armee-Werbefilm wirkt - höchst bedenklich für einen Film, der eindeutig auf ein jugendliches Publikum zugeschnitten ist. Wann blüht uns eigentlich der erste Barbie-Puppen-Spielfilm?



Fazit: Spektakulär gefilmte, aber herz- und hirnlose Zerstörungsorgie, die die Sinne betäubt und die Armee verherrlicht.

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Datum:  2.8.2007
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