Die Clowns führen Böses im Schilde, das ist sofort klar. Zielstrebig und mit äußerster Brutalität überfallen die maskierten Männer eine Bank. Statt mit der Beute in den Fluchtwagen zu springen, fangen sie alsdann eine wilde Schießerei an. Am Ende liegen alle tot am Boden. Alle, bis auf einen. Der zieht sich seelenruhig die Maske vom Gesicht; zum Vorschein kommt eine groteske, furchteinflößende Fratze - der Joker!
Gotham City wird von einem neuen Schurken heimgesucht. Der entstellte Freak mit den vernarbten Mundwinkeln, die ihn auf ewig zu einem starren Grinsen zwingen, ist angetreten, die Stadt mit Angst und Terror zu überziehen. Einfach so, weil es ihm Spaß macht. Nur Batman kann ihn jetzt noch aufhalten.
Der indes ist müde geworden. Zu seinem Nachfolger hat den smarten Staatsanwalt Harvey Dent (großartig: Aaron Eckhart) auserkoren. Und im Gegensatz zum Rächer im Fledermauskostüm versteckt Dent sein Gesicht nicht hinter einer Maske. Aber dem wahnsinnigen Joker scheint niemand gewachsen zu sein, und so kämpfen Batman, Dent und Polizeichef Jim Gordon (Gary Oldman) schließlich doch mit vereinten Kräften gegen das Böse.
Regisseur Christopher Nolan, der gemeinsam mit seinem Bruder Jonathan das Drehbuch zu "The Dark Knight" schrieb, ist für Anspruchsvolles bekannt. Schon mit dem Vorgänger "Batman Begins" gelang ihm vor drei Jahren eine faszinierend finstere Wiederbelebung der zum albernen Kinder-Spektakel verkommenen Comicverfilmungen um den nächtlichen Rächer. Was er jetzt abgeliefert hat, ist ein Meisterwerk. Die Geschichte ist wendungsreich, die Besetzung - auch Michael Caine, Maggie Gyllenhaal und Morgen Freeman sind mit von der Partie - hervorragend, die Dialoge klug, die Action erstklassig. Die Verfolgungsjagden ließ Nolan mit IMAX-Kameras drehen. Diese überlegene Technik wurde noch nie zuvor in einem traditionellen Kinostreifen eingesetzt, das Ergebnis: atemberaubend! Sehr zurückhaltend agiert Christian Bale als von Selbstzweifeln geplagter Fledermausmann. Aaron Eckhart, bislang in kleineren Produktionen wie "Thank You For Smoking" positiv aufgefallen, dürfte sich als Staatsanwalt, der sich zum Schurken "Two Face" wandelt, nach ganz oben katapultiert haben.
Der wahre Star ist jedoch Heath Ledger in seiner letzten Rolle: Als Joker beherrscht er den Film. Der 28-Jährige war im Januar an einer Überdosis Medikamente gestorben. Jetzt überlegt man in Hollywood, ihn posthum für den Oscar zu nominieren. Sein Kollege Michael Caine schwärmte gar: "Er ist ohne Frage der beste Bösewicht, den ich je auf der Leinwand gesehen habe."