Schwäne, Swarovski-Kristalle auf der Torte, ein Chor in weißen Smokings: Die Hochzeit von Stanford und Anthony ist an Extravaganz und Kitsch nicht zu überbieten. Unter den Gästen sind auch Carrie, Miranda und Charlotte - alle drei mittlerweile glücklich unter der Haube - und Samantha, die bekanntlich nie allzu lange mit demselben Mann Umgang pflegt.
Und so ist bei den drei verheirateten New Yorkerinnen denn auch längst der Alltag in den Ehen eingekehrt. Carrie und ihr "Mr. Big" zoffen sich ums Fernsehprogramm, Charlotte führt sich angesichts ihrer ewig plärrenden Jüngsten überfordert und Anwältin Miranda wird nach ihrer Kündigung in der Kanzlei wohl erst einmal zu Hause den Laden schmeißen. Zeit also für einen Tapetenwechsel, und da Samantha just die Einladung eines Scheichs nach Abu Dhabi angenommen hat, jetten die Freundinnen kurzentschlossen zu einem Luxusurlaub nach Arabien.
Nach dem riesigen Erfolg des ersten Kinofilms, der die kultige TV-Serie weitererzählte, schrie alles geradezu nach noch einer Fortsetzung. Und Stoff gibt es reichlich. Zwar sind Carrie und ihr "Big" nun verheiratet, aber es schleichen sich eben auch die ersten Ermüdungserscheinungen in ihrer Ehe ein. Die naive Charlotte ist zwar überaus dankbar für ihr patentes neues Kindermädchen, doch als ihr auffällt, wie sexy die junge Nanny (Alice Eve, "Zu scharf, um wahr zu sein") ist, nagt die Eifersucht. Miranda wird aufs Übelste von ihrem Chef gemobbt und Samantha kämpft gegen die Wechseljahre.
Autor, Regisseur und Produzent Michael Patrick King setzt das gewohnt frech und wortwitzig in Szene - und vergisst, diese Geschichten weiterzuerzählen. In Abu Dhabi mutieren die sonst so sympathisch-überspannten Freundinnen zu nervigen Touristinnen, viel zu laut und viel zu ordinär. Wir sehen ihnen beim Kamelreiten zu, bei einem opulenten Dinner unterm Wüstenzelt, an der Hotelbar, beim Karaoke und auf dem Souk beim Schuhkauf. Das alles ist nicht komisch, sondern ermüdend. Nicht einmal mehr Carries ständige Kleiderwechsel vermögen da noch Tempo reinzubringen. Als "dramatische" Wendung trifft sie ihre frühere große Liebe Aidan - Szenen, die ungefähr so aufwühlend sind wie ein Rosamunde-Pilcher-Fernsehfilm.
Immerhin kann man sich an den schönen Bildern weiden. Gedreht wurde in Marokko. Und das hat hat King richtig ausgekostet, zeigt uns herrliche Wüstenlandschaften und viel orientalischen Prunk. Einen dritten Teil schließen die Macher nicht aus. Millionen Frauen würden sich darüber freuen, aber sicher auch über etwas mehr Handlung.