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FILM DER WOCHE

Selbst ist die Braut

Mit Romantikkomödien ist das so eine Sache: Da man von Anfang an weiß, wie sie ausgehen, möchte man auf dem Weg zum Schluss-Kuss vor allem gut unterhalten werden. Außerdem muss natürlich auch die Chemie zwischen den beiden Hauptdarstellern stimmen. Und die stimmt zwischen Ryan Reynolds und Sandra Bullock, deren letzter Auftritt in einer RomCom, "Ein Chef zum Verlieben" mit Hugh Grant als Filmpartner, bereits sieben Jahre zurückliegt.



In "Selbst ist die Braut" spielt Bullock die Chefin eines New Yorker Buchverlags. Und die ist beinhart: Wenn Margaret Tate zu ihrem Büro stöckelt, gehen die Untergebenen vorsichtshalber hinter ihren Flachbildschirmen in Deckung. Allerdings hat es die Kanadierin dummerweise versäumt, rechtzeitig ihr Visum zu verlängern. Um der Ausweisung und damit dem Jobverlust zu entgehen, nötigt sie ihren smarten Assistenten Andrew (Ryan Reynolds) kurzerhand zu einem Heiratsversprechen. Der ertrotzt sich im Gegenzug eine Beförderung zum Lektor. Leider lässt sich der Mann von der Einwanderungsbehörde (Denis O'Hare) nicht so leicht hinters Licht führen. Nachdem er dem Scheinehe-Paar in spe eine harte Befragung in Aussicht gestellt hat, fliegt es erst mal zum Antrittsbesuch zu Andrews Eltern, die in einem Provinznest in Alaska wohnen. Klar, dass der Aufenthalt anders als geplant verläuft ...



Auch Regisseurin Anne Fletcher ("27 Dresses") und Drehbuchautor Peter Chiarelli erfinden die Liebeskomödie nicht neu. Ohne sich groß um die Glaubwürdigkeit der ganzen Geschichte zu scheren, schicken sie ihre beiden Protagonisten getreu dem Grundsatz "Was sich liebt, das neckt sich" auf einen launigen Hindernisparcours in Richtung Happy End. Nebenbei lernt Margaret die Herzlichkeit von Andrews Mutter (Mary Steenburgen) und Oma (Betty White) schätzen, während Andrew selbst die Gelegenheit bekommt, das problematische Verhältnis zu seinem dominanten Vater (Craig T. Nelson) aufzuarbeiten.



Über den allgemeinen Mangel an Originalität können einige gewitzte Dialoge und ein paar gut getimte Slapstick-Einlagen freilich nicht hinwegtäuschen. Sehr wohl aber die beiden Hauptdarsteller, die sich die Bälle gekonnt zuspielen. Allerdings glänzen hier nicht nur die Komödien-bewährte Sandra Bullock und ihr Widerpart Ryan Reynolds ("Zurück im Sommer"), der, wenn's drauf ankommt, wunderbar dumm aus der Wäsche gucken kann. Der Rest des Ensembles macht seine Sache ebenfalls ausgezeichnet. Allen voran "Golden Girl" Betty White als Andrews ebenso herzige wie drollige Großmutter. Für einige Lacher gut ist aber auch der Komiker Oscar Nuñez, der bei einer schrägen Performance als Stripper in etwa so viel Erotik ausstrahlt wie ein nasser Schwamm.



Fazit: Charmanter Filmspaß, der vor allem dank überzeugender Darsteller funktioniert.

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Datum:  30.7.2009
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