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FILM DER WOCHE

Inglourious Basterds

Klock, klock, klock - zitternd vor Angst starrt der gefesselte deutsche Soldat in die schwarze Höhle. Klock, klock, klock - nichts ist zu sehen, nur dieses grauenhafte Geräusch dringt aus dem Tunnel. Dann zeichnen sich langsam die Umrisse eines Mannes ab, der aus der Finsternis auf die Waldlichtung heraustritt. Der Mann hat einen Baseballschläger. Und er nähert sich grinsend seinem Opfer.



Für die nun folgende Szene braucht man starke Nerven, aber so ist das eben bei Quentin Tarantino: Eben hat man noch über einen Gag gelacht, schon spritzt in der nächsten Szene das Blut. Das ist auch in "Inglourious Basterds" nicht anders, obwohl der Streifen zweifellos einer der lustigsten ist, die der Kultregisseur je gedreht hat.



Die Geschichte nimmt 1940 im besetzten Frankreich ihren Anfang. Ein Bauer bekommt Besuch von einem Nazi-Oberst. Hans Landa ist ausgesprochen höflich, bittet bescheiden um ein Glas Milch und parliert auf Französisch. Plötzlich wird sein eben noch so freundlicher Blick eiskalt. Er weiß längst, dass sein Gastgeber eine jüdische Familie unter den Bodendielen versteckt hat. Eine Minute später haben seine Schergen die Menschen erschossen. Doch die Tochter Shosanna kann fliehen. Und Landa lässt sie laufen, denn er hat nichts gegen Juden, es ist die Jagd, die ihn reizt. Und er weiß, er wird Shosanna wiedersehen.



Wenige Jahre später schwört Lieutenant Aldo Raine eine Gruppe alliierter jüdischer Soldaten auf Vergeltungsschläge gegen Nazis und Kollaborateure ein. Seine blutrünstigen "Basterds", die ihre Opfer vorzugsweise skalpieren, sind schon bald gefürchtet, doch sie planen einen Anschlag ganz anderer Dimension ...



Historisch korrekt ist das natürlich nicht, aber hat das jemand bei Tarantino erwartet? Der Filmbesessene bringt eine gewagte Mischung aus Satire, Kriegsdrama und Spaghettiwestern auf die Leinwand, sorgt immer wieder für Überraschungen und spornte seine Darsteller allesamt zu Höchstleistungen an. Und doch werden Brad Pitt und Co. von einem Kollegen glatt ausgestochen: Christoph Waltz, dessen Nazi-Oberst Landa mit seinen furchteinflößenden Stimmungswechseln Filmgeschichte schreiben wird. In Cannes wurde er dafür schon zum besten Hauptdarsteller gekürt. Die Goldene Palme für den besten Film blieb Tarantino verwehrt - das Publikum hätte sicher anders entschieden.



Fazit: Das hat Tarantino super hingekriegt!

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Datum:  20.8.2009
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