Die eine hadert mit ihrem Aussehen und geht ganz in ihrer Arbeit als Anwältin auf, die andere entledigt sich ihrer Gelegenheitsjobs ebenso schnell wie der Männer, die ihren weiblichen Reizen bereitwillig erliegen. Doch obwohl die pummelige Princeton-Absolventin Rose (Toni Collette, "Muriels Hochzeit") und das leseschwache Partyluder Maggie (Cameron Diaz) außer ihrer Schuhgröße kaum etwas verbindet, ist das Verhältnis der beiden Schwestern noch intakt.
Das ändert sich, als Maggie zu Rose zieht, bei der ersten Gelegenheit deren Lover (und Chef) verführt und daraufhin aus der Wohnung fliegt. Zufällig stößt Maggie im Haus ihres Vaters und ihrer Stiefmutter auf zurückgehaltene Briefe ihrer totgeglaubten Oma Ella (Shirley MacLaine). Warum eigentlich nicht mal auf Großmutters Kosten leben, wenn gerade kein Mann in Sicht ist, der einen aushält? Die frustrierte Rose dagegen quittiert ihren Dienst, um neu über ihr Leben nachzudenken.
Damit ist klar, worauf die Story, die auf einem Roman von Jennifer Weiner basiert, hinausläuft: Die Schwestern müssen erst einmal zu sich selbst und dann wieder zueinander finden. Sicher ist auch, dass am Ende die ganze Familie gestärkt aus einem Wechselbad der Gefühle steigt. So weit, so gut. Und so ähnlich schon oft gesehen. Trotzdem kommt keine Langeweile auf. Denn Regisseur Curtis Hanson ("L. A. Confidential", "8 Mile") erweist sich einmal mehr als Meister gehobener Mainstream-Unterhaltung. Virtuos verknüpft er Drama und Komödie, arbeitet so unaufdringlich wie einfühlsam den tragischen Hintergrund der Geschichte heraus: Einst beging Roses und Maggies psychisch labile Mutter Selbstmord, der zu einem Zerwürfnis zwischen Vater und Oma der beiden Schwestern führte.
Zudem präsentieren sich die drei Hauptdarstellerinnen in Topform. Gewohnt charismatisch agiert dabei Shirley MacLaine in ihrer Rolle der Großmutter, die die unvermittelt auftauchende Enkelin auf pädagogisch geschickte Weise unter ihre Fittiche nimmt und ihr einen Job im Altenheim verschafft. Gleichzeitig bewirkt Maggies Anwesenheit, dass sich Ella noch einmal mit ihren Schuldgefühlen auseinander setzt, die seit dem Tod der Tochter an ihr nagen.
Gelungen ist auch die Zeichnung einiger Nebenfiguren - etwa die des Junganwalts Simon, der seine Ex-Kollegin Rose aufrichtig und rührend umwirbt. Und nicht zu vergessen die fidelen Senioren, die mittels geballter Lebenserfahrung die Wandlung des selbstsüchtigen Partygirls zu einer verantwortungsbewussten jungen Frau fördern.
Fazit: Hollywood-Gefühlskino auf hohem Niveau, das sich erst im Finale einen sehr tiefen Griff in den Schmalztopf erlaubt.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?