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FILM DER WOCHE

HANNI + NANNI

HANNI + NANNI

Foto: hfr

Hanni und Nanni heißen eigentlich Pat und Isabel. Diese Namen trugen sie jedenfalls in den ab 1941 erschienenen Originalen von Enid Blytons Mädchenbuch-Klassikern um die beiden eineiigen Zwillinge. Die deutschen Versionen, die ab 1965 auf den Markt kamen und sich bald zu einer eigenständigen Reihe entwickelten, wichen dann noch in vielen anderen Punkten von den Blyton'schen Vorlagen ab. Der Stoff wurde einfach den hiesigen Gegebenheiten angepasst.



Fast 70 Jahre nach ihrer literarischen Geburt erblicken Pat und Isabel unter ihren deutschen Pseudonymen nun erstmals das Licht der Leinwand - als moderne Berliner Gören, die mit dem Handy ebenso gut umgehen können wie mit dem Hockeyschläger.



Letzteres beweist Hanni gleich in den Eröffnungsszenen des Films. Da bricht sie nämlich beim "Einen-Hockeyball-quer-durch-ein-Einkaufszentrum-Treiben" den Geschwindigkeitsrekord ihrer vermeintlichen Freundin Oktavia. Die revanchiert sich postwendend mit einer gemeinen Aktion.



In deren Folge stehen die Rekordlerin und ihre Schwester Hanni plötzlich als Diebinnen da, was schließlich zum Schulverweis führt. Daraufhin schicken die geschockten Eltern George und Julie Sullivan ihre Töchter ins Internat "Lindenhof". Während sich die ruhige, sanftmütige Nanni dort langsam einlebt, neue Freundschaften knüpft und ihre Liebe zum Cello-Spiel entdeckt, lässt die rebellische, hitzköpfige Hanni kaum etwas unversucht, um "Lindenhof" den Rücken kehren zu können. Als dann das Hockeyteam des Internats gegen das ihrer alten Schule antreten soll, müssen die Zwillinge ihre erste Zerreißprobe bestehen ...



So rasant wie in den Anfangsszenen geht's hier leider nur selten zu. Da nützt es auch nichts, dass sich Regisseurin Christine Hartmann augenscheinlich ein wenig von den Harry-Potter-Filmen hat inspirieren lassen. Überhaupt wirkt die Inszenierung des Geschehens im Internat etwas trutschig. Zudem kommt längst nicht alles, was lustig gemeint ist, auch so rüber.



Symptomatisch dafür: der eher mitleiderregende denn zwerchfellerschütternde Auftritt Oliver Pochers als schusseliger Kaufhaus-Securitymann. Aber wenigstens fallen ein paar wichtige Aspekte der Story nicht unter den Tisch. Da geht es unter anderem um die Übernahme von Verantwortung, die Entwicklung von Gemeinschaftssinn und letztlich auch um Nannis Emanzipation von ihrer dominanten Schwester.



In den Titelrollen geben Sophia und Jana Münster ihr Leinwanddebüt. Auch wenn man den beiden ihre Unerfahrenheit vor der Kamera gelegentlich anmerkt: Sie sind sympathisch und geben fürs junge Zielpublikum prima Identifikationsfiguren ab. Flankiert werden die beiden Novizinnen von einer Riege gestandener erwachsener Darsteller.



Auf der namhaften Besetzungsliste finden sich etwa Anja Kling als Mutter Sullivan, die ans Internat "Lindenhof'"noch eigene sentimentale Erinnerungen hat, Heino Ferch als deren Mann, der sich als Kochbuchübersetzer oft nicht ernst genommen fühlt, Katharina Thalbach, die als Musiklehrerin mit Pagenschnitt und französischem Akzent voll die Mireille Mathieu in sich rauslässt, Suzanne von Borsody als gestrenge Konrektorin, die nicht nur Hanni und Nanni das Leben im Internat schwermacht. Und last but not least: Hannelore Elsner.



Verbreitete sie zuletzt beim "Tiger-Team" als abgefeimte Bösewichtin noch Angst und Schrecken, ist sie hier als "Lindenhof"-Chefin die Güte inPerson.Dass ihre Frau Theobald im Mischen von Tarot-Karten besser ist als beim Umgang mit Geld, wird übrigens für das Internat zunehmend zum Problem. Aber keine Angst: Auch das wird am Ende gelöst.



Fazit: Ein Mutter-Tochter-Event, dem etwas mehr inszenatorischer Esprit nicht geschadet hätte. Jörg Brandes



D, 90 Minuten, ohne Altersbeschränkung, Abaton, Koralle, Cinemaxx (alle), UCI (alle)



-> Trailer sehen auf www.mopo.de



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Filmtitel:



Hanni + Nanni



Kinos:



Abaton, Koralle,



Cinemaxx (alle), UCI (alle)



Schauspieler:



Heino Ferch, Hannelore Elsner, Anja Kling, Sophia Münster, Jana Münster



Filmlaenge:



90 Min.



Note:



3



Regisseur:



Christine Hartmann



Fazit:



Ein Mutter-Tochter-Event, dem etwas mehr inszenatorischer Esprit nicht geschadet hätte.

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Datum:  17.6.2010
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