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FILM DER WOCHE

Für immer Shrek

Es war einmal ein Oger, der wurde von allen gefürchtet. Aber das ist schon lange her. Aus dem einst schrecklichen Shrek ist ein angesehener Bürger des Königreichs Weit Weit Weg geworden, der ständig von autogrammhungrigen Touristen heimgesucht wird. Zudem halten ihn seine Frau Fiona und seine drei Kids ständig auf Trab. Nicht einmal mehr ein Schlammbad kann er in Ruhe nehmen. Kein Wunder, dass er den alten Zeiten nachtrauert.



Als der dicke Grüne beim völlig aus dem Ruder laufenden Geburtstag seiner Kinder schließlich rotsieht, kommt es zu einem heftigen Streit mit Fiona - belauscht von Rumpelstilzchen. Der verschlagene Wicht, der mit Shrek noch eine Rechnung offen hat, macht ihm ein verlockendes Angebot: Tritt er Rumpelstilzchen einen Tag aus seiner Vergangenheit ab, bekommt er die Gelegenheit, für 24 Stunden noch mal den echten Oger raushängen zu lassen. Kaum ist der Pakt besiegelt, findet sich Shrek in einer merkwürdig verdrehten Version des Märchenreichs wieder. In der herrscht Rumpelstilzchen als tyrannischer König, und Fiona ist die Anführerin einer Oger-Widerstandsgruppe. Als Shrek endlich realisiert, dass er übel gelinkt wurde, bleibt ihm nicht mehr viel Zeit, das Schlimmste zu verhüten ...



Wer nach dem etwas lahmen dritten 'Shrek'-Film gedacht hatte, nun könne nichts Gutes mehr folgen, wird hier eines Besseren belehrt. Und das liegt nicht in erster Linie daran, dass man den korpulenten Oger dank der neuen 3D-Technik jetzt erstmals in seiner ganzen dreidimensionalen Pracht bewundern kann. Entscheidender dafür ist das pfiffige Drehbuch von Josh Klausner und Darren Lemke. Das sorgt unter anderem dafür, dass der grüne Riese in der verdrehten Welt, in der ihn keiner kennt, auf recht originelle Weise seine Flamme Fiona und alte Freunde wie den Esel und den Gestiefelten Kater neu für sich gewinnen muss. Letzterer soll übrigens bald Star eines eigenen Films werden - was durchaus seine Berechtigung hat. Denn wieder einmal ist er es, der die meisten Lacher abstaubt. In der von Rumpelstilzchen beherrschten Welt, verfettet und träge, macht er hier seinem Artgenossen Garfield schwer Konkurrenz.



Allerdings geht es diesmal trotz etlicher gut platzierter Gags nicht ganz so lustig zu wie gewohnt. Dafür umso spannender. Um sein Leben zu retten und in seine vertraute Welt zurückkehren zu können, muss Shrek nämlich nicht nur gegen Rumpelstilzchens Hexenarmee und den vom Tyrannen gedungenen Rattenfänger kämpfen, sondern auch um die Gunst der toughen, von der Liebe enttäuschten Kriegerin Fiona. Und die Moral von der Geschicht'? Am Ende weiß Shrek jedenfalls wieder zu schätzen, was er an seiner Familie hat.



Eine andere Frage ist, ob die Verantwortlichen der DreamWorks-Studios ihre Ankündigung wahr machen und ihren grünen Sympathieträger für immer in den Ruhestand schicken. Wäre schade.

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Datum:  24.6.2010
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