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FILM DER WOCHE

Falco

Popstar will ich werden, da braucht man nicht in die Schul'." Glaubt man Thomas Roths Film, träumt der 1957 geborene Johann Hölzel bereits als Steppke von einer Musikerkarriere. Und tatsächlich: 1982 hat er - inzwischen unter dem Künstlernamen Falco, inspiriert von DDR-Skispringer Falko Weißpflog - mit "Der Kommissar" seinen ersten Solo-Hit. Ein Pop-Phänomen ist geboren. Die Auftritte des "ersten weißen Rappers" mit Hut und Anzug, die ihn zur Stilikone der damaligen Zeit machen, sind noch heute unvergessen.



1985 gelingt ihm mit "Rock Me Amadeus" und der Skandalsingle "Jeanny" ein triumphaler Doppelschlag. Fast die ganze Welt ist im Falco-Fieber. "Rock Me Amadeus" erstürmt sogar die Spitze der US-Billboard-Charts - bis heute der einzige deutschsprachige Titel, der es auf diese Position schaffte. Erst 1995 kann der ehrgeizige Künstler wieder an seine ganz großen Erfolge anknüpfen: mit der Single "Mutter, der Mann mit dem Koks ist da". Es ist sein letzter Hit. Am 6. Februar 1998 kommt er in der Dominikanischen Republik bei einem Autounfall ums Leben. Die Aufnahmen zu seinem letzten Album sind da gerade abgeschlossen, die Single "Out Of The Dark" mit der seherischen Zeile "Muss ich denn sterben, um zu leben?" wird posthum ein Riesenerfolg.



Nachdem Robert Stadlober abgewinkt hatte, stellte sich der auf der Leinwand bislang kaum aufgefallene Manuel Rubey der Herausforderung, in die Rolle des Skandalsängers und Ausnahmetalents zu schlüpfen. Er macht seine Sache ausgesprochen gut. Glaubwürdig spielt er Falco als einen Menschen, der auf dem schmalen Grat zwischen Künstler- und Privatleben oft die Balance verliert, der sensibel, aber auch ziemlich arrogant sein kann, und der seine Angst vor Misserfolgen mit Alkohol und anderen Drogen bekämpft. Außerdem kommen seine Versionen von Falcos Songs recht nahe an die Originale heran. Formidabel agiert auch Comedian Christian Tramitz. Als Falcos Manager, der seinen zwischen Größenwahn und Panikanfällen schwankenden Schützling immer wieder zu erden versucht, zeigt er, dass er auch fürs ernste Fach taugt.



Regisseur und Drehbuchautor Thomas Roth schildert den Werdegang des Hans Hölzel schlaglichtartig und weitestgehend chronologisch. Dabei hält sich sein Biopic an wichtige biografische Fakten, ist im Detail jedoch fiktiv. So heißt etwa die Frau, mit der Falco verheiratet war, im Film Jacqueline und nicht wie in Wirklichkeit Isabella. Roths Absicht war es, das Beziehungsleben des Künstlers mehr oder weniger auf eine Figur zu konzentrieren - ein Part, in dem Patricia Aulitzky mit stark emotionalem Spiel glänzt. Leider stellt der Regisseur das ambivalente Verhältnis zwischen Falco und Jacqueline etwas monoton als ständige Abfolge von handfesten Streitereien und Wiederversöhnungen dar. Überhaupt wirken viele Szenen wie aus den Klischees einer Popstar-Existenz gestanzt. Zudem sind etliche Dialoge zu geleckt, um als halbwegs realitätsnah durchzugehen. Dass man dem Geschehen dennoch gern folgt, liegt vor allem an der eindrucksvollen Leistung des Hauptdarstellers. Und natürlich an den vielen Songs, die Falco als Künstler unsterblich machten.



Fazit: Konventionelles Biopic über eine labile Persönlichkeit.

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Datum:  5.6.2008
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