MOPONews
News

FILM DER WOCHE

Die Chroniken von Narnia

Nach den Abermillionen, die Warner Brothers mit seinen Megaerfolgen "Der Herr der Ringe" und "Harry Potter" einstrich, keimte beim krisengeschüttelten Konkurrenten Disney der Gedanke auf: Das können wir auch. Man schaute sich nach einem passenden Stoff um und wurde im engsten Umfeld des Mittelerde-Erfinders J.R.R. Tolkien fündig: Clive Staples Lewis, wie Tolkien Dozent in Oxford, teilte mit seinem Kollegen die Vorliebe für Mythen und Sagen. Die beiden gründeten einen Schreibzirkel, und während Tolkien die epische Geschichte vom Ring, der alle knechtet, erfand, brütete Lewis in sieben Bänden das Märchenland Narnia aus. Hier zu Lande wenig bekannt, wurden "Die Chroniken von Narnia" mit 85 Millionen verkauften Exemplaren nach "Harry Potter" die erfolgreichste Kinderbuchserie der Welt. Wie gemacht für die dollarheischenden Produzenten von Disney: fantastische Kreaturen, bombastische Landschaften, archaische Konflikte, unfassbar böse und unglaublich gute Streiter für die dunkle Seite der Macht respektive den Frieden, Schlachten, Massenszenen, mächtig Brimborium. Alles, was die Kinogänger glücklich und die Multiplexe voll machen kann.



Regisseur Andrew Adamson, bekannt für die computeranimierten Hits "Shrek 1 + 2", erzählt eine Geschichte, die sich wie folgt liest: Damit sie vor den deutschen Bombenangriffen auf London sicher sind, werden die Geschwister Peter (der Älteste), Susan (die Vernünftige), Edmund (der Störrische) und Lucy (die Kleinste) auf dem Landsitz eines Professors untergebracht. Sie vertreiben sich die Zeit mit Versteckspielen, wobei sie einen alten Schrank entdecken, dessen Rückseite das Tor zu einer anderen Welt ist: Narnia. Dort erfahren sie von sprechenden Bibern, dass die böse Weiße Hexe (chargierend: Tilda Swinton) das Land in einem eiskalten Würgegriff hat: Seit 100 Jahren herrscht Winter. Doch eine alte Prophezeiung sagt, dass zwei Söhne und zwei Töchter Adams kommen werden, um den Bann zu brechen. Der rechtmäßige König, der stolze Löwe Aslan, ist auf dem Weg. Und das Tauwetter setzt auch schon ein ...



Genau wie alle wirklich großen Kinolegenden, wie "Stars Wars", die "Matrix"-Filme oder Peter Jacksons "Herr der Ringe"-Trilogie, ist auch die Verfilmung von Lewis' Buch eine christliche Allegorie, die tief in der Bibel verwurzelt ist: Ein Volk wird von einer grausamen Macht unterdrückt und wartet auf den Heiland, der den finsteren Herrscher besiegen und Freiheit bringen wird. Ob Luke Skywalker, Neo, Frodo, Aragorn oder Aslan: Alle sind sie "Der Eine", "Der Auserwählte" und feiern in den Filmen stets eine Auferstehung, um ihre heilige Mission zu erfüllen.



C.S. Lewis, von Tolkien zum Glauben bekehrt, geht mit den christlichen Mythen eher grobschlächtig um: Die Killer-Suchtruppe der Hexe bilden Wölfe, im Christentum ein Symbol des Satanischen, während Peter auf einem Einhorn in die finale Schlacht reitet, einem Symbol der Reinheit. Edmund ist in diesem Universum ein kleiner Judas, der für Süßigkeiten seine Geschwister verrät. Das wird viele nicht so gläubige Zuschauer abschrecken, auch wenn Tolkiens Schriften genauso von christlicher Symbolik durchdrungen sind - nur subtiler. Hier jedoch kriegt man doch ein mulmiges Gefühl, wenn die Kinder den Weihnachtsmann treffen und er ihnen statt Geschenken Waffen in die Hand drückt, um die Hexe zu stürzen. George Bush hat Lewis' Romane sicher verschlungen ...



Doch auch, wenn die jungen Darsteller recht hilflos mit den animierten Figuren agieren: Für junge Teenies ist das Spektakel ein Volltreffer. Unzählige Tiere und Fabelwesen - oft aus der griechischen Mythologie - tummeln sich in prunkvollen Sets und kämpfen für oder gegen einen Sommer für Narnia: Kentauren mit Pferdebeinen und -hinterleib, aber menschlichem Oberkörper, Greife in ihrer Mischung aus Löwe und Adler, Minotaurus mit Stierkopf und Menschenleib sowie Monster, Gnome oder Ork-ähnliche Dämonen. Über allem thront Aslan, dessen Mähne wunderbar fotorealistisch im Wind weht.



Fazit: Aufwendiges Fantasy-Werk, das Kinder begeistert, Erwachsene aber durch ein Übermaß an christlichem Eifer verprellt.

Weitere Meldungen News
Stefanie Hertel und Sergiy Plyuta sind im Halbfinale ausgeschieden.

Die 32-Jährige erhielt am Mittwochabend in der zehnten Show der Staffel von der Jury die wenigsten Punkte der verbliebenen drei Promi-Kandidatinnen.  mehr...

Da wusste er schon Bescheid: Norbert Röttgen am Mittwoch auf dem Weg zur Kabinettssitzung.

Nur drei Tage nach seiner katastrophalen Niederlage bei der Wahl in NRW feuerte Kanzlerin Angela Merkel auf einer überraschenden Pressekonferenz den Bundesumweltminister Norbert Röttgen. Sein Nachfolger wird Peter Altmaier.  mehr...

Zu welcher Promi-Frau gehört wohl dieser wohlgerundete Po?

Am Mittwoch veröffentlichte das US-Magazin „Forbes“ seine alljährliche Liste der 100 „mächtigsten Berühmtheiten der Welt“. Und wer hat es da auf den begehrten Platz eins geschafft? Hier wird's verraten!   mehr...

Datum:  8.12.2005
Empfehlen: E-Mail
Kontakt: Redaktion
Artikel: Drucken
Thomas Hirschbiegel

Aufschriften auf Firmenwagen sind immer wieder ein ergötzliches Thema. Jetzt stand ich am Eimsbütteler Markt hinter einem Transporter, auf dem stand: „Vor Ihnen fahren die Maler mit Freude am Beruf.“