Der Name Shawn Levy steht für turbulente, familienkompatible Komödien wie "Im Dutzend billiger", "Der rosarote Panther" und "Nachts im Museum". Sehr turbulent geht es auch in "Date Night" zu. Humormäßig wagt sich der Lustspiel-Routinier diesmal allerdings auf etwas derberes Terrain - und wird auch dort seinem Unterhaltungsanspruch gerecht.
Um etwas Pep in ihren Ehealltag zu bringen, gehen Phil und Claire Foster (Steve Carell, Tina Fey) ein Mal pro Woche in ihrem Stammlokal essen. Doch auch diese "Date Nights" sind mittlerweile in Routine erstarrt. So wollen sie zur Abwechslung mal eines der angesagtesten Restaurants in Manhattan besuchen. Vor Ort muss das Paar aus New Jersey allerdings feststellen: Ohne Reservierung ist es schier unmöglich, einen Tisch zu bekommen. Als Phil und Claire mitkriegen, dass zwei unter dem Namen Tripplehorn angemeldete Gäste nicht erschienen sind, geben sie sich kurzerhand als diese aus - eine Spontanaktion, die tatsächlich neuen Schwung in ihre Beziehung bringt. Allerdings ganz anders als gedacht. Denn die offenbar wenig ehrbaren echten Tripplehorns (James Franco, Mila Kunis) sind in einen Erpressungsfall verwickelt. Und noch bevor Phil und Claire zu Ende gespeist haben, bauen sich an ihrem Tisch zwei bedrohlich ausschauende Gestalten (Jimmi Simpson, Common) auf ...
Die zwei Hauptdarsteller, beides versierte Komiker, sind in dieser Romantik-Actionkomödie schon mal die halbe Miete. Steve Carell ("Get Smart") und Tina Fey, Star der TV-Serie "30 Rock" und Sarah-Palin-Imitatorin, harmonieren prächtig als gewöhnliches Ehepaar, das sich unter außergewöhnlichen Umständen bewähren muss. Äußerst amüsant auch Mark Wahlberg. In der Oben-ohne-Rolle eines Sicherheitsexperten, an den sich die in kriminelle Bredouille geratenen Fosters hilfesuchend wenden, bringt er Claire und Phil mit seinem erkennbar durchtrainierten Body wiederholt ins Schwitzen - die eine vor Bewunderung und Sehnsucht, den anderen aus Neid und Eifersucht.
Auch sonst wird Situationskomik groß geschrieben. Zu deren Höhepunkten zählen etwa die Szenen, in denen sich das Paar, getarnt als Hure und Zuhälter, in der Höhle des Löwen ungelenk an einer Striptease-Stange abarbeitet. Originell auch eine Verfolgungsjagd, an der zwei ineinander verkeilte Autos beteiligt sind. Leider wird diese Sequenz dann allerdings, wie so manches andere, allzu breit ausgewalzt. Aber schön, dass Phil und Claire selbst in einer so verfahrenen Situation noch Zeit für das ein oder andere Beziehungsgespräch finden.