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FILM DER WOCHE

Beim ersten Mal

Vor zwei Jahren machte sich Comedy-Autor und -Produzent Judd Apatow mit dem Überraschungshit "Jungfrau (40), männlich, sucht ..." auch als Regisseur einen Namen. Nun legt der Romantikkomödien-Überflieger nach. Sein aktuelles Werk spielte in den USA fast 150 Millionen Dollar ein. Und das, obwohl die beiden Hauptdarsteller in Kinofilmen bislang kaum aufgefallen sind.



Katherine Heigl und Seth Rogen spielen zwei Charaktere, die unterschiedlicher kaum sein könnten: Die schlanke Alison hat ihre Karriere beim Fernsehen fest im Blick, während der moppelige Teddytyp Ben lieber in den Tag hinein lebt und davon träumt, mit den vier Kumpels aus seiner Kiffer-WG eine Webseite aufzuziehen, auf der man sich Nacktszenen von Filmstars anschauen kann. Zufällig begegnen sie sich in einer Disko. Der Alkohol löst erst die Zungen, dann die Hemmungen. Die Schöne und der Anti-Adonis landen zusammen im Bett. Am nächsten Morgen stellen sie fest, dass sie sich kaum etwas zu sagen haben, und Ben kann sich nicht einmal daran erinnern, ob sie überhaupt Sex hatten.



Die vollständige Ernüchterung tritt allerdings erst zwei Monate später ein. Alison wird gewahr, dass der One-Night-Stand Folgen hatte - sie ist schwanger. Weil eine Abtreibung für sie nicht in Frage kommt, informiert sie den werdenden Vater. Der ist ob der Neuigkeit natürlich völlig von den Socken, will sich aber der Verantwortung stellen. Und so beschließen beide, miteinander eine Beziehung auf Probe einzugehen.



Viele Romantikkomödien leben davon, dass gegensätzliche Charaktere irgendwie zueinanderfinden. Aber so glaubwürdig wie hier sieht man das im Kino selten. Zum großen Teil ist das den hervorragenden Hauptdarstellern geschuldet. Sie verkörpern in ihren Rollen keineswegs Klischeefiguren, sondern wirken wie Menschen aus Fleisch und Blut. Alison zeigt trotz ihrer Willensstärke auch Schwäche und Unsicherheit, Ben ist sich durchaus darüber im Klaren, dass er, um einen guten Vater abzugeben, erst einmal selbst erwachsen werden muss - Rückschläge bei seinen Bemühungen nicht ausgeschlossen. Zudem sprühen die teils improvisierten Dialoge zwischen den beiden nur so von Wortwitz.



Dabei funktioniert der Film trotz des oft zotigen Humors als herzerwärmende Komödie, weil Regisseur und Drehbuchautor Apatow seine Protagonisten nicht zu albernen Hanseln degradiert. Seine Nebenfiguren zeichnet er ebenfalls mit viel Sympathie. Selbst Alisons Schwester Debbie (Leslie Mann) - eine Frau derber Worte - und ihren zurückhaltenderen Mann Pete (Paul Rudd), die für die Eltern in spe kaum als Vorbilder taugen, da ihre mit zwei Töchtern gesegnete Ehe alles andere als harmonisch verläuft. Doch letztlich setzt sich auch in diesem zwischenzeitlich hoffnungslos scheinenden Fall die Erkenntnis durch, dass es für eine Beziehung von Vorteil ist, wenn man den anderen so akzeptiert, wie er nun mal ist. Jedenfalls solange beide Partner prinzipiell am gleichen Strang ziehen und dasselbe füreinander empfinden.



Fazit: Sicher die erfrischendste und schönste Romantikkomödie dieses Sommers.

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Datum:  23.8.2007
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