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FILM DER WOCHE

Asterix bei den Olympischen Spielen

Wenn Asterix und sein ebenso beleibter wie beliebter Kumpel Obelix richtig aufdrehen, haben die Römer bekanntlich nichts zu lachen. Die Fans der Comics um die beiden schlagkräftigen Gallier dafür umso mehr. Ob sie sich auch an der nunmehr dritten und bislang aufwendigsten Realverfilmung eines der genialen Werke von René Goscinny und Albert Uderzo erfreuen können, ist allerdings mehr als fraglich. Und das liegt nicht nur daran, dass sich die beiden Regisseure Frédéric Forestier und Thomas Langmann etliche erzählerische Freiheiten gegenüber der Vorlage herausgenommen haben.



Etwas anders als im Asterix-Band zwölf überliefert, verguckt sich im Film ein Gallier-Jüngling namens Romantix (Stéphane Rousseau) in die Griechen-Prinzessin Irina (Vanessa Hessler). Aus politischen Gründen soll die Holde jedoch mit Caesars durchtriebenem Stiefsohn Brutus (Benoît Poelvoorde) vermählt werden. Um ihre Chancen auf eine glückliche Zukunft an der Seite Romantix' zu wahren, macht die eigensinnige Irina einen folgenreichen Vorschlag: Wer die Olympischen Spiele gewinnt, darf sie heiraten. Mit dieser Kunde im Gepäck kehrt Romantix in sein legendäres Heimatdorf zurück, das den römischen Besatzern Galliens seit langem erfolgreich Widerstand leistet. Prompt macht sich eine von Asterix (Clovis Cornillac) und Obelix (Gérard Depardieu) angeführte Delegation auf den Weg nach Griechenland, um dem hoffnungslos Verliebten bei den bevorstehenden Wettkämpfen auf die Sprünge zu helfen ...



Eines der wenigen Highlights des Streifens ist zweifellos Gérard Depardieu. Bereits zum dritten Mal verkörpert er Obelix nicht nur - er ist Obelix. Ebenfalls überzeugend: Alain Delon als narzisstischer Imperator Julius Caesar. Schwer fällt es dagegen, in dem unscheinbar agierenden Asterix-Darsteller Clovis Cornillac den gewitzten Helden der Comic-Vorlage zu erkennen. Aber eigentlich ist dies auch kein Asterix-, sondern eher ein Brutus-Film. Die meiste Leinwandzeit gehört nämlich dem olympiareif chargierenden Benoît Poelvoorde. Der ist in der Rolle des Oberfieslings perma-nent damit beschäftigt, Caesar nach dem Leben zu trachten oder sich mit unlauteren Methoden Vorteile bei den sportlichen Wettkämpfen zu verschaffen.



Dass das Geschehen dabei oft in reinen Klamauk ausartet, wäre vielleicht noch zu verkraften. Dass aber der intelligente Wortwitz der Comics größtenteils auf plattestes Kalauer-Niveau runtergebrochen wird, ist geradezu unverzeihlich. Einige zumindest halbwegs originelle Anspielungen auf die aktuelle Doping-diskussion können da auch nicht viel retten. Zudem wirkt das hier fast unvermeidliche Schaulaufen prominenter Sportler reichlich aufgesetzt. Dramaturgisch sinnvoll eingebunden ist allein der selbstironische Auftritt von Michael Schumacher, der beim finalen, alles entscheidenden Wagenrennen höllisch aufpassen muss, nicht unter die Räder zu kommen.



Fazit: Aufwendige Asterix-Adaption, die zwar mit Schauwerten protzt, Charme und Esprit jedoch schmerzlich vermissen lässt.

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Datum:  31.1.2008
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