Besser hätte das Timing kaum sein können. Die Aufregung um Braunbär Bruno, der die bayerischen Alpen unsicher machte, ist noch nicht ganz abgeklungen, da kommt ein Animationsfilm der DreamWorks-Studios ("Shrek", "Madagascar") über den Zusammenprall von Wildtier und Mensch in unsere Kinos. Ein paar putzige Waldbewohner, die in einer Art Patchwork-Familie zusammenleben, erwachen aus dem Winterschlaf und reiben sich verwundert die Augen. Ein Teil ihrer Nahrungsgründe musste einer Eigenheimsiedlung weichen, die von einer riesigen Hecke abgeschirmt wird.
Was nun? Der zum Trupp hinzustoßende zivilisationserfahrene Waschbär Richie weiß Rat: Er überredet seine ängstlichen, neuen Gefährten, die grüne Grenze zu überqueren und sich die Futtermittel der Vorortsiedler unter die Krallen zu reißen. Dass er die Leckereien selbst braucht, um seinen Intimfeind, den Bären Vincent, zu besänftigen, verschweigt der durchtriebene Richie tunlichst. Nur dem vorsichtigen Schildkröterich Verne ist die Sache nicht geheuer. Doch während er noch den Nährwert von Baumrinde preist, haben seine Freunde bereits Gefallen an Kartoffelettis, geschmacksverstärktem Junkfood und anderen "Annehmlichkeiten" der Zivilisation gefunden. Weil die Aktivitäten von Richie & Co. nicht unbemerkt bleiben, kommt es bald zum Kleinkrieg zwischen Mensch und Getier. Das Scharmützel eskaliert, als Gladys Sharp, die herzlose Vorsitzende des Verbands der Eigenheimbesitzer, den Schädlingsbekämpfer "The Verminator" zu Hilfe ruft.
Der neue DreamWorks-Animationsspaß geht auf Comic-Strips von Michael Fry und T Lewis zurück. Er schildert das turbulente Geschehen ganz aus der Sicht der Tiere, die sich schneller an die Zivilisation anpassen, als ihren menschlichen Lebensraum- und Nahrungskonkurrenten lieb sein kann. Die werden denn auch konsequent unsympathisch gezeichnet - im Gegensatz zu den Waldbewohnern. Zu denen zählen neben Richie und Verne etwa noch das hyperaktive Eichhörnchen Hammy, die scharfzüngige Stinktierdame Stella, die artübergreifend einem verwöhnten Kater schöne Augen macht, sowie das Opossum Ozzie, das sich nach Beutelratten-Art bei Gefahr tot stellt und hier oft Gelegenheit hat, äußerst theatralisch zu Boden zu sinken.
Die Filmemacher geizen nicht mit spöttischen Seitenhieben auf die amerikanische Vorstadtkultur mit ihren gleichförmigen Eigenheimen und Vorgärten, in denen die Grashalme akkurat geschnitten in Reih und Glied stehen. Ebenso amüsant wie aufschlussreich ist zudem der tierische Blick auf menschliche Nahrungsbeschaffungs- und Ernährungsgewohnheiten, die der aufmerksame Waschbär Richie eingehend studiert hat und seinen Kameraden referiert. Ob die darin verpackte Kritik am Junkfood jüngere Zuschauer erreicht, ist allerdings fraglich. Doch auch denen wird einiges geboten: knuffige Figuren, irrwitzige Action, viel Slapstick. Und anders als für den unglücklichen Bruno, dem ein Jäger mit zwei Schüssen den Garaus machte, gibt es im Kino für die grenzgängerischen Wildtiere ein familienfreundliches Happy End.
Fazit: Toll animierter Angriff auf die Lachmuskeln von Groß und Klein.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?