Die Story: Schuften, essen, schlafen: Mehr scheint die Fabrikarbeiterin Hanna (Sarah Polley) vom Leben nicht zu verlangen. Genervt verordnet ihr Chef der überdisziplinierten jungen Frau mehrere Wochen Zwangsurlaub. Doch statt unter Palmen auszuspannen, sucht sich Hanna einen Ferienjob: Die gelernte Krankenschwester heuert auf einer Bohrinsel mitten im Atlantik an, um dort den schwer verletzten Arbeiter Josef (Tim Robbins) zu pflegen. Trotz starker Schmerzen nimmt Josef das Leben von der heiteren Seite. Erst aus Langeweile, dann aus echtem Interesse versucht er, seine schweigsame Betreuerin aus der Reserve zu locken. Die blockt natürlich ab. Doch Josefs Geschichten und kleine Geständnisse schaffen eine Intimität zwischen den beiden, der sich Hanna nicht dauerhaft entziehen kann. Am Ende wird sie ihr Schweigen brechen - und Josef in ihr schockierendes Geheimnis einweihen.
Die Schauspieler: Verletzlich und gleichzeitig stark, spröde und dennoch liebenswert: Sarah Polley, die schon in Isabel Coixets Drama "Mein Leben ohne mich" die Hauptrolle spielte, ist als Hanna schlicht großartig. Ihr Partner Tim Robbins ("Mystic River"), der von seiner Rolle fast den ganzen Film über reglos ans Bett gefesselt wird, meistert diese darstellerische Herausforderung absolut souverän.
Die Regisseurin: Bei der Verleihung der spanischen Filmpreise lag Isabel Coixet ganz vorn: "Das geheime Leben der Worte" wurde mit vier "Goyas" ausgezeichnet. Vielleicht hat Coixet die Preise auch für ihren Mut bekommen, denn sie wagt sich an ein Thema, das betroffen macht. Die Geschichte, die Hanna am Ende offenbart, führt mitten in die Gräuel des Balkankriegs. An diesem Punkt nimmt der Film eine so scharfe Wendung, dass es den Zuschauer fast aus der Kurve schleudert. Dass man trotzdem dranbleibt, hat Isabel Coixet nicht zuletzt ihrer überzeugenden Hauptdarstellerin zu verdanken.
Fazit: Anrührend und verstörend - ein Film, den man so schnell nicht vergisst.