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Aaltra

Die Story: Hier zu Lande enden Nachbarschaftskonflikte um Gartenzwerge oder Maschendrahtzäune entweder vor Gericht oder im Fernsehen. Irgendwo im nördlichen Frankreich kommt die Prügelei zweier hasserfüllter Nachbarn unter einem umgekippten Traktoranhänger zum Erliegen. Immerhin haben beide zu gleichen Teilen etwas davon: Sie sitzen fortan querschnittsgelähmt im Rollstuhl. Nach fehlgeschlagenen Selbstmordversuchen entscheidet sich jeder für sich, eine Reise anzutreten. Das Schicksal jedoch lässt sie im selben Zug landen. Danach nächtigen sie in derselben Pension und werden von den gleichen Dieben ausgeraubt. Die Erzfeinde scheinen voneinander nicht loszukommen. Und so beginnt eine unvorhersehbare Odyssee zweier Kotzbrocken auf Rädern, die in Finnland bei der Firma "Aaltra", dem Hersteller des verhängnisvollen Traktors, endet.



Die Schauspieler: Der finnische Kultregisseur Aki Kaurismäki hat als Aaltra-Chef einen sehr kurzen, sehr coolen Gastauftritt. Seine Kollegen im doppelten Sinne, die Regisseure und Hauptdarsteller Benoît Delépine und Gustave Kevern, rollen als namenloses Nachbarpaar wortkarg und gestenarm beinahe belanglos durch die Gegend. Kauzige Typen ja, aber keine begnadeten Charakterdarsteller.



Die Regisseure: Delépine/Kevern sind in Frankreich vor allem als Autoren und TV-Stand-up-Comedians bekannt. Zusammen haben sie schon diverse Kurzfilmprojekte realisiert. Bei ihrem in Schwarzweiß gehaltenen Spielfilmdebüt verlassen sie sich auf die Situationskomik einer absurden Odyssee, die provoziert, der es aber an emotionaler Tiefe fehlt. Man könnte meinen, sie haben den Film bloß gemacht, um einmal mit Aki Kaurismäki zusammenzuarbeiten. Denn fast genauso sahen dessen Werke auch mal aus. Nur haben seine skurrilen Typen mehr Seele.



Fazit: Lakonisches Rollstuhl-Roadmovie, das alle Straßenschilder in Sachen Umgang mit Behinderten ignoriert. Frei nach dem Motto: Tumor ist, wenn man trotzdem lacht.

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Datum:  1.6.2006
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