Die Story: Octave, steinreicher Star-Texter bei einer erfolgreichen Pariser Werbeagentur, wirkt auf den ersten Blick wie ein eiskalter, arroganter Dreckskerl. Auf den zweiten Blick allerdings auch. Er führt ein von Drogen, Models und Partys bestimmtes Leben auf der Überholspur - bis er eines Tages die Nase voll hat von Koks und Kreativ-Kampagnen, Sexorgien und Saufexzessen. Daraufhin beschließt er, der Werbebranche einen Denkzettel zu verpassen, der sich gewaschen hat.
Die Schauspieler: Im Prinzip ist der Film eine One-Man-Show des französischen Komikers Jean Dujardin, der bei uns allenfalls durch die Agentenfilm-Parodie "OSS 117" bekannt geworden ist. Wie es ihm gelingt, beim Zuschauer doch noch so etwas wie Sympathie für den egoistischen Koksbruder und Kotzbrocken Octave zu wecken, wird wohl immer sein Geheimnis bleiben. Aber er schafft es tatsächlich.
Der Regisseur: Die Leinwand-Adaption des gleichnamigen Weltbestsellers von Ex-Werbeprofi Frédéric Beigbeder ist deutlich besser als das Buch: Regisseur Jan Kounen ("Dobermann"), der selbst als Werbefilmer begann, präsentiert eine atemberaubend flotte, filmisch virtuose und völlig durchgeknallte Abrechnung mit dem Konsumwahn und der Welt der Werbung. Dabei schlägt Kounen die Reklame quasi mit ihren eigenen ästhetischen Mitteln: Seine schräge, saukomische Satire sprudelt über vor visuellen Einfällen - unter anderem bietet sie abenteuerliche Kamerafahrten, zahllose tricktechnische Kunststücke, Animationssequenzen und Anspielungen auf Filme wie Finchers "Fight Club" oder Kubricks "2001: Odyssee im Weltraum". So wirkt Kounens rauschhaftes Pamphlet über weite Strecken wie ein abgefahrener, atemloser Drogentrip - irgendwo zwischen Wahn und Wirklichkeit.