Eine ganz böse Überraschung erlebte Rentner Dieter Lausen (74), als er gestern zum Spaziergang aus seinem Haus in Blankenese trat. Am Laternenpfahl vor der Tür prangte ein Info-Plakat von Vattenfall. Und es verkündete, dass die Fernwärmeleitung nun doch nicht durch Altona, sondern durch Blankenese führen würde. "Und zwar direkt durch unsere Straße", so Lausen empört. "Dagegen gründen wir eine Bürger-Initiative!"
Auf den ersten Blick liest sich die Information tatsächlich wie eine Bekanntmachung. Erst bei genauerem Studium zeigt sich, dass es sich offensichtlich um eine Aktion der Trassen-Gegner aus Altona handelt. So heißt es im Schreiben zu den 220 Baumfällungen: "Natürlich ersetzen wir jeden Baum durch eine Neupflanzung. Diese werden bereits nach einigen Jahrzehnten wieder genauso prächtig sein." Oder an anderer Stelle: "Für das Treppenviertel hatten wir einen Tunnelbau in Erwägung gezogen. Aber die Trasse wird nun doch überirdisch auf einer Stelzenkonstruktion verlegt. Unsere Design-Werkstatt entwickelt zurzeit Ideen, wie sich die beiden Rohre in das Ensemble einpassen."
"Das ist natürlich nicht von uns", sagt Vattenfall-Sprecher Stefan Kleimeier. "Solche Aktionen verunsichern die Bevölkerung." Bei Vattenfall gingen etliche Beschwerde-Anrufe ein.