Am Montag musste er das erste Mal für den FC St. Pauli ran – und das gleich richtig. Carlos Zambrano, für zwei Jahre von Schalke ausgeliehen, schwitzte erst bei den Kraftübungen an der Kollaustraße in der prallen Sonne, anschließend bei den Sprint-, Sprung- und Laktattests in der Leichtathletikhalle in Alsterdorf bei brutiger Hitze. Doch der 21-jährige Innenverteidiger ist ein harter Bursche, steckte alles weg.
Luis Zacarias wundert das nicht. Der 67-jährige Peruaner ist Berater und väterlicher Freund des neuen St. Paulianers: "Carlos wird bei uns zu Hause 'der Löwe' genannt. Er hat mit der Nationalelf schon gegen Top-Stars wie Lionel Messi und Carlos Tevez, den Brasilianer Robinho oder den Uruguayer Luis Suarez gut ausgesehen."
Laut Zacarias kann Zambrano nicht nur dazwischenhauen, sondern versprüht auch über eine gewisse spielerische Eleganz: "Sein zweiter Spitzname ist Kaiser." Offenbar ist St. Paulis Südamerikaner ein kleines Wunderkind. Zacarias, der Carlos seit dessen 14. Lebensjahr kennt: "Er hat in Lima nie in einem großen Klub gespielt. Er fiel in der Fußball-Akademie Deportivo Cantolao auf und wurde bei der U17-WM 2005 von Schalke entdeckt, war dort Kapitän in der A-Jugend. Ohne Spiel als Profi wurde er A-Natonalspieler – das hat's noch nie gegeben."
HSV-Peruaner Paolo Guerrero (26) hat wegen seiner schweren Knieverletzung nie mit Zambrano zusammen gespielt. Am Montag sagte er der MOPO: "Ich freue mich auf das Derby gegen St. Pauli. Vielleicht gibt's ja vorher mal die Möglichkeit, dass wir uns treffen." Spätestens als direkte Gegenspieler werden sich die beiden richtig kennenlernen.