Der Hobby-Drummer zählte noch in der vergangenen Saison zur Stamm-Elf St. Paulis, pendelt inzwischen zwischen Bank und Tribüne - und kam am Sonntag beim spektakulären 5:3 gegen Oberhausen plötzlich zu einem 80-minütigen Einsatz, seinem erst dritten in dieser Spielzeit. Doch darüber will der 1,92-m-Hüne gar nicht groß reden.
"Ich finde es nach so einem Spiel nicht notwendig, über meine eigene Leistung zu dozieren", meint der Innenverteidiger, der früh für den verletzten Ralph Gunesch auf den Acker musste. Ohne groß aufwärmen, gleich von null auf hundert - keine einfache Aufgabe, die "Egi" aber zufriedenstellend löste. Abgesehen nur von einer Aktion, die zum zwischenzeitlichen 2:2 für RWO geführt hatte. Ein Fehler, den Eger eingesteht, aber nicht überbewerten will. "Ich brauche nach der langen Pause ja auch ein bisschen Anlauf", erklärt der bald 27-Jährige (Geburtstag am 23. März), der seine Fähigkeiten in wenigen Worten beschreibt: "Ich hau' mich halt rein, bin ein Zweikämpfer", erläutert Eger, seit 2004 am Millerntor. "Das weiß ich, und das wissen auch die Trainer."
Ob er morgen in Cottbus wieder (zwei)kämpfen darf, oder ob er dem dann wieder genesenen Fabio Morena weichen muss - man darf gespannt sein. Den Glauben an sich hat Marcel Eger jedenfalls nicht verloren. "Ich bin ein durch und durch positiver Mensch", sagt er grinsend und fährt sich mit der Hand durchs verwuschelte Haupthaar. Mit Typen wie ihm in der Hinterhand ist für St. Pauli noch vieles möglich.