Vom Aufstieg dürfen die Spieler des FC St. Pauli nicht sprechen. Dieses Wort will Trainer Holger Stanislawski aus dem Munde seiner Kiezkicker nicht hören. Trotz drei Siegen in Serie und dem Sturm auf Platz vier hält Stani bewusst den Ball flach und fordert Zurückhaltung vom Verein und dem Umfeld.
Wie bewertet aber die Konkurrenz den sportlichen Höhenflug der Hamburger? Werden die Kiezkicker als ernst zu nehmender Aufstiegskandidat gesehen? Die MOPO befragte die Trainer der aktuellen Tabellennachbarn - von Platz eins bis sieben.
Jörn Andersen, Mainz 05, Spitzenreiter: "Alle Mannschaften, die jetzt oben dabei sind, sind Aufstiegskandidaten. Also auch St. Pauli. Die haben sich den Platz verdient und gehören dort hin. Stani macht eine sehr gute Arbeit, ich mag den Klub. Aufstieg - warum eigentlich nicht?"
Milan Sasic, 1. FC Kaiserslautern, Platz 2: "St. Pauli wie auch uns hatte vor der Saison keiner so richtig auf der Rechnung. Beide Vereine stehen im Moment zu Recht da oben. Ich will meinen Trainerkollegen in Hamburg nicht unter Druck setzen, indem ich St. Pauli zum Aufstiegskandidaten erkläre. Die Einkaufspolitik vor der Saison spricht jedoch für hohe Ziele. Ich denke, sie werden sich besser platzieren als letze Saison." (Platz neun, d. Red.)
Robin Dutt, SC Freiburg, Platz 3: "Wir haben Respekt vor der Arbeit von Holger Stanislawskis und André Trulsen, die mit alljährlichen Steigerungen beweisen, dass auf St. Pauli etwas Tolles heranwächst. Die Fans dieses Clubs sind wie die des SC Freiburg ohnehin erstligareif. Und dass die Tabelle nie lügt, weiß jeder. Deshalb hat ein Verein, der soweit oben steht wie derzeit der FC St. Pauli, auch eine echte Chance, aufzusteigen."
Benno Möhlmann, Greuther Fürth, Platz 5: "St. Pauli ist in der sehr ausgeglichenen Liga absolut ein Aufstiegskandidat. Dass sie dort oben stehen, überrascht mich nicht. St. Pauli kann auch am Ende oben landen, wenn sie Konstanz reinkriegen und auch auswärts regelmäßig Punkte holen, was ich ihnen aufgrund ihrer Spielstärke zutraue. St. Pauli hat diese spielerische Klasse, seit Holger Stanislawski dort Trainer ist. Früher haben die Hau-Ruck-Fußball gespielt, mit Kampf und hohen Bällen. Die neue Spielkultur bedeutet auch einen Qualitätssprung."
Marco Kurz, 1860 München, Platz 6: "St. Pauli gehört sicher nicht zu den Topfavoriten auf den Aufstieg. Aber sollten sie konstant die aktuelle Leistung bringen, haben sie Chancen. Die Saison ist allerdings noch lang. Da ist es schwer mit Prognosen."
Jürgen Seeberger, Alemannia Aachen, Platz 7: "Nach elf Spieltagen lügt die Tabelle nicht. Das ist schon repräsentativ. Da, wo sie jetzt stehen, gehören die St. Paulianer auch hin. Der Sieg in Duisburg war ein Fingerzeig. Dass die Hamburger dort trotz Rückstandes noch gewonnen haben, zeigt die Qualität der Mannschaft. Zu Hause ist St. Pauli sowieso eine Macht - und für mich in der jetzigen Verfassung ein Aufstiegskandidat."
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