Er ist seit 2003 am Millerntor und wird am Freitag, wenn er mit St. Pauli in Cottbus ran muss (18 Uhr, LIVE-TICKER AUF MOPO.DE), 30 Jahre alt. Passend dazu traf die MOPO Kapitän Fabio Morena, dessen Vertrag in Kürze verlängert wird, in der Espresso Bar "Auswärts" im Karoviertel.
MOPO: Was wussten Sie vorher von St. Pauli?
Morena: Nur aus den Medien wusste ich, dass es hier um Kampf, Herz und Leidenschaft geht. Das Drumherum kannte ich gar nicht.
MOPO: Es gab Millionenschulden, die Lizenzverweigerung für die Regionalliga drohte.
Morena: Ja, der Klub lag nach zwei Abstiegen im Koma. Doch dann kam die unglaubliche Retter-T-Shirt-Aktion. Da hatte man das Gefühl, dass zumindest die Saison überstanden werden kann.
MOPO: Die sportlichen Erwartungen waren bescheiden.
Morena: Anfangs waren nur acht Spieler unter Vertrag. Täglich kamen 20, 30 Trainingsgäste, die sich empfehlen wollten. Ende August wurde mit Marco Gruszka der letzte Spieler verpflichtet. Wir hatten einen 25-Mann-Kader, mit dem zumindest der Klassenerhalt gelingen sollte.
MOPO: Der wurde mit Ach und Krach geschafft. Der Fußball war ...
Morena (lacht): ... sehr einfach.
MOPO: Spannen wir doch mal den Bogen zur Gegenwart. Vergleichen Sie St. Pauli einmal bitte mit damals.
Morena: Der gesamte Verein hat sich in all den Jahren kontinuierlich weiterentwickelt. Wirtschaftlich hat Präsident Corny Littmann mit seinem Team vieles richtig gemacht. Bester Beweis ist der Stadionneubau. Sportlich hat durch Holger Stanislawski, der erst als Sportchef arbeitete, nun als Trainer, alles Hand und Fuß. Er hat einen Plan. Unser Fußball bringt Spaß, ist der beste, seitdem ich hier bin.
MOPO: Was ist heute anders bei Ihnen als beim Start 2003?
Morena: Ich habe einfach mehr Erfahrung, bin voll im Saft und in der Form meines Lebens. Die will ich konservieren und ausbauen.
MOPO: Was war Ihr persönlicher Tief-, welcher der Höhepunkt?
Morena: Das 1:2 nach Verlängerung zu Hause im Pokal gegen die Bayern 2006 ärgert mich heute noch. Die Münchner waren an dem Tag schlagbar. Das Schönste war unser Aufstieg in die 2. Liga 2007. Als Calle Rothenbach beim 2:2 gegen Dresden das 2:1 machte, wusste ich, wir packen's.
MOPO: Nun ist der Bundesliga-Aufstieg drin. Boll sagt, für ihn sei es die letzte Chance.
Morena: Das sehe ich für mich nicht ganz so. Aber die Chance ist jetzt groß. Für die Mannschaft und mich wäre es ein super Zeitpunkt, um aufzusteigen. Nach dem Spiel bei 1860 sind wir auf dieses Ziel fokussiert. Das erreichen wir aber nicht durch reden, nur durch handeln.
MOPO: Demnach kam Stanis Brand-Ansprache nach dem 1:2 zum richtigen Zeitpunkt?
Morena: Ja, es war wichtig, die Reißleine zu ziehen.
MOPO: Was ist in Cottbus zu erwarten?
Morena: Der Sieg über Oberhausen war Pflicht, dadurch haben wir es wieder selbst in der Hand, unser Ziel zu erreichen. In Cottbus müssen wir nachlegen - ohne ständig auf die Konkurrenz zu achten.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?