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FANS PLANEN: Putsch gegen HSV-Boss Hoffmann

Er hat sich das Treiben lange Zeit angeschaut - und geschwiegen. Nun hat Horst Becker genug gesehen. Am 25. Januar wird der neue Aufsichtsrat des HSV gewählt, längst nicht nur hinter den Kulissen um die Macht gebuhlt. Die HSV-Supporters, mit 46000 Mitgliedern stärkste Fraktion innerhalb des Vereins, haben sich formiert, ihre Intentionen sind durchschaubar: Klubboss Bernd Hoffmann soll so zeitnah wie möglich ersetzt werden. Becker hat die Gefahr erkannt - und geht nun in die Offensive. "Für mich sieht das alles nach einer geplanten Aktion aus", erklärt der Boss der Kontrolleure.



Becker ist in Sorge. "Um unseren HSV", wie er betont. Dürfen Fans wirklich das Ruder an sich reißen? Aus demokratischen Gesichtspunkten schon. "Aber beim HSV wird seit Jahren sportlich und wirtschaftlich exzellent gearbeitet", sagt Becker. "Davor kann man nicht die Augen verschließen. Ich kann das alles nicht nachvollziehen."



Der Erste, der sagte, was alle vermuten, war Horst Eberstein. Der Alt-Funktionär, als Delegierter der Senioren nicht wiedergewählt, beschreibt den Plan der Supporters drastisch. Hoffmann und seine Vorstandskollegin Katja Kraus "sollen weg", sagte Eberstein dem "Hamburger Abendblatt". Der unbequeme Hoffmann, zu sehr fokussiert auf wirtschaftlichen Erfolg und nach Meinung vieler Supporters kein HSVer mit der Raute im Herzen, soll entfernt werden, seine Vertraute dazu. Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren.



- Stufe eins: Mit Macht streben die Supporters nach den Plätzen im neuen Aufsichtsrat. Zwölf Kontrolleure werden dem Gremium angehören - sieben von ihnen, so malen es sich die Supporters-Hardliner aus, sollen aus ihrem Lager kommen. Ein fester Platz ist ihnen durch ihren Delegierten Björn Floberg sicher. Guido Zerbe will sich bei der internen Wahl des HSV-Ochsenzoll gegen Amtsinhaber Ernst Otto Rieckhoff durchsetzen. Mit Johannes Liebnau, Anja Stäcker, Ingo Thiel und Manfred Ertel bewerben sich vier weitere Supporters bei der Mitgliederversammlung. Dort wird sich auch Jürgen Hunke stellen - ebenfalls ein Kandidat, der den Supporters sehr nahe steht.



Schon sechs Kontrolleurssitze würden den Förderern reichen, um jede noch so banale Vorstandsentscheidung blockieren zu können. Bereits einfache Mehrheiten wären ohne ihre Zustimmung nicht mehr möglich. Hoffmann könnte, so wird vermutet, entnervt abdanken.



- Stufe zwei: Sollten Hoffmann und Kraus durchhalten, droht in zwei Jahren die nächste Gefahrenwelle. Die vier Kontrolleure, auf die im Januar die wenigsten Stimmen entfallen, scheiden nach zwei (statt vier) Jahren aus, die Plätze werden neu vergeben - und mit dem nächsten Großangriff der Supporters ist zu rechnen. Dem Vernehmen nach dürften Ex-Vorstand Christian Reichert und auch der Hoffmann-Gegner und frühere Ehrenratsvorsitzende Claus Runge dann mit einer Kandidatur liebäugeln. Bei einer Zweidrittelmehrheit im Rat (8:4) hätten es die Supporters in der Hand, Hoffmann eigenständig abzulösen. Reichert, so wünschen es sich viele Förderer, könnte eines Tages als Vereinsboss instruiert werden.



Mit welchen Bandagen die Supporters kämpfen, bekamen die Aufsichtsräte vor einem Jahr zu spüren. Mehrere Kontrolleure bestätigten der MOPO, dass es vor der Vertragsverlängerung mit Hoffmann klare Ansagen des damaligen Supporters-Vorstands gab. Motto: Wählt ihr Hoffmann, werden wir euch nicht wieder in den Rat wählen. Dem Vorstand der Supporters gehörten damals auch Oliver Scheel, nun Klub-Vorstand für die Belange der Mitglieder, und Liebnau an. "Mehrere Räte hatten damals schlaflose Nächte", erinnert sich einer der Kontrolleure. "Aber gottlob haben wir einige Mitglieder, die Charakter haben und sich nicht erpressen lassen." Hoffmanns Vertrag wurde mit 9:3 Stimmen bis Dezember 2011 verlängert.



Die Gefahr, die nun von den Supporters ausgeht, ist ungleich größer. Der 25. Januar gilt als wegweisendes Datum für den HSV. "Man kann nur hoffen, dass sich viele Mitglieder einfinden, die diesen Umbruch nicht wollen - und ihre Stimme abgeben", sagt Horst Becker. Die Bosse haben vorgesorgt: Statt im CCH (bietet 3000 Personen Platz) wird in den Messehallen (7000 Plätze) getagt. Und über die Zukunft des Vereins entschieden.

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