Die Story: Vitus ist ein kleines Genie, das schon im Kindergarten den Brockhaus liest - und eine Jahrhundertbegabung am Klavier. Seine ehrgeizige Mutter möchte aus ihm einen Weltklasse-Pianisten machen. Doch Vitus werkelt lieber in der Schreinerei seines kauzigen Großvaters und träumt von einer ganz normalen Kindheit. Opas selbst gebastelte Flugmaschine bringt den Zwölfjährigen auf eine geniale Idee, wie er seine steile Karriere jäh zum Absturz bringen kann ...
Die Schauspieler: Teo Gheorghiu erweist sich als Glücksfall für die Titelfigur - denn er ist tatsächlich ein Wunderkind: Als Tasten-Akrobat und Überflieger am Flügel braucht er keinen "Stuntman", sondern spielt alles selbst und verleiht der Geschichte dadurch eine fast dokumentarische Authentizität. Herz des Films ist allerdings der wie immer grandiose Bruno Ganz, der sich als moderner Alm-Öhi in glänzender Spiellaune präsentiert: Seinem charmanten, lausbubenhaften Brummbär-Opa blitzt der Schalk nur so aus den Augen.
Der Regisseur: 20 Jahre nach seinem Meisterwerk "Höhenfeuer", einem Inzest-Drama über einen gehörlosen Jungen, begeistert Fredi M. Murer mit dieser leichtfüßigen, fein gewobenen Liebeserklärung an die Kindheit und die Kraft der Musik. Der diesjährige Schweizer Oscar-Kandidat kommt ohne falsches Sentiment daher, angenehm nüchtern und behäbig inszeniert, wie es sich für einen soliden eidgenössischen Film gehört: ein zeitgemäßes Märchen voller Humor und Poesie, voll zauberhafter Dialoge und überraschender Wendungen - und mit augenzwinkernden Seitenhieben auf die New Economy. Tipp: unbedingt die schweizerdeutsche Originalfassung mit Untertiteln ansehen!
Fazit: Ein wunderbar warmherziger, witziger Wohlfühlfilm für die ganze Familie.