Sakir S. (48) sah die schwere Betonwand noch auf sich zukommen. Doch er hatte keine Chance. Auf der Baustelle des alten Kontor- und DAG-Hauses am Johannes-Brahms-Platz in der City wurde er gestern von Trümmern erschlagen. Der Unfall - er ist eine schreckliche Familientragödie. Denn der Kranfahrer, der die Wand fallen ließ, ist der Neffe des Toten.
Seit Jahren arbeitete Sakir S. mit seinem Neffen Murat S. und dessen Cousin Yahya T. (50) zusammen. Noch nie war etwas passiert. Gestern um 7.40 Uhr ereignete sich das schwere Unglück: Die acht Meter hohe Schalwand sollte umgesetzt werden. Dazu befestigten die Arbeiter Ketten an dem Bauteil. Doch diese hielten nicht. Kranfahrer Murat S. sah zu spät, dass sich die Wand gelöst hatte. Er konnte nichts mehr tun. Das Bauteil krachte auf seinen Onkel. Er war sofort tot. Auch der Cousin wurde von Trümmern getroffen. Er liegt mit schweren Kopfverletzungen im Krankenhaus. Der Kranfahrer erlitt einen Schock. Er ist in therapeutischer Behandlung.
Die Familie des Toten reagierte gestern völlig fassungslos auf die schreckliche Nachricht. "Am schlimmsten ist, dass sein eigener Neffe im Kran saß. Aber es war ein Unfall. Er kann nichts für den Tod seines Onkels. Murat leidet am meisten", sagt Selim S., ein Freund der Familie. Das türkische Opfer wohnte seit 1971 in Hannover. Sakir S. hinterlässt seine Ehefrau, vier Söhne und eine Tochter.