Hamburg/Berlin - Bis zu 340 000 sozial schwache Familien müssen nach einem Bericht der «Financial Times Deutschland» beim geplanten Elterngeld mit Einbußen rechnen. Weil die Bezugsdauer des Elterngeldes kürzer ist als die des bisherigen Erziehungsgeldes, entfielen für viele Familien Fördermittel für ein Jahr.
Das Elterngeld bedeute für «185 000 Klein-Einzelverdiener-Haushalte und 155 000 Kleinverdiener-Haushalte», dass sie im zweiten Jahr statt Erziehungsgeld nichts bekämen, heiße es in einer internen Stellungnahme der CDU/CSU zum Referentenentwurf des Elterngeldes.
Während das Elterngeld nur bis zu 14 Monate gezahlt wird, können einkommenschwache Familien das bisherige Erziehungsgeld bis zu zwei Jahre beziehen. Einbußen in Höhe von 300 Euro pro Monat für ein Jahr sind für viele Hartz-IV-Empfänger damit die Folge. Auf das Konzept für das Elterngeld, das Anfang 2007 eingeführt werden soll, hatten sich die Spitzen der CDU/CSU und der Sozialdemokraten im Koalitionsausschuss verständigt.
Der Sprecher der SPD-Linken, Ernst Dieter Rossmann, schließt «Nachbesserungen» am bisherigen Entwurf nicht aus. Der SPD-Abgeordnete Karl Lauterbach sagte der Zeitung: «Ich halte die Benachteiligung für katastrophal.»