Es ist ein umweltfreundliches, leises und stauunabhängiges Fahrzeug: das Fahrrad. Doch die Radler in Hamburg werden vom Senat "gezielt benachteiligt". Das behauptet die GAL und versucht, dies mit Zahlen zu belegen. Wurden unter Rot-Grün im Jahr 2001 noch 4,4 Millionen Euro und damit 2,70 Euro pro Einwohner zur Förderung des Radverkehrs ausgegeben, sind es heute noch 200000 Euro und damit gerade zwölf Cent pro Einwohner.
"Wir haben den Eindruck, dass Fußgänger und Radfahrer für den Senat störende Restgrößen der Verkehrsplanung sind", sagt der verkehrspolitische Sprecher der GAL, Jörg Lühmann. Durch die drastischen Kürzungen in diesem Bereich hätten die Bezirke kein Geld mehr, um auf Missstände zu reagieren. Folge seien schlechte und zu schmale Radwege.
Die GAL fordert eine gezielte Strategie zur Förderung des Radverkehrs nach dem Modell Berlin. Dort sollen die Mittel bis zum Jahr 2015 auf fünf Euro pro Einwohner und Jahr aufgestockt werden. Zudem wird in der Hauptstadt die Verknüpfung mit öffentlichen Verkehrsmitteln forciert, die Unfallzahlen sollen um ein Drittel verringert werden und der Anteil des Radverkehrs am Gesamtverkehrsaufkommen soll auf 15 Prozent gesteigert werden. In Hamburg liegt diese Zahl bei neun bis elf Prozent - genaue Angaben fehlen.
Die CDU gibt den Schwarzen Peter weiter: "Jahrzehntelang wurde es versäumt, Hamburger Radwege in Stand zu halten. Die GAL versucht, vom eigenen Versagen der rot-grünen Radfahrpolitik abzulenken", so der verkehrspolitische Sprecher der CDU, Klaus-Peter Hesse.
In Münster, der Hauptstadt der Radler, wird vorgemacht, was gute Radverkehrspolitik heißt. In der 287000 Einwohner zählenden Stadt liegt das Pro-Kopf-Geld in diesem Bereich bei 2,50 Euro.
"Aber wir machen das kontinuierlich seit 20 Jahren", so Stephan Böhme vom Stadtplanungsamt. Und so liegt in Münster der Anteil der Radfahrer am Gesamtverkehrsaufkommen bei 35,1 Prozent.
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