Wolf Maahn lässt auf sich warten. Minuten vergehen, und der Kölner Rocker ist immer noch nicht da. Das Publikum in der Fabrik wird unruhiger. Ein Stimmenchor ruft lautstark "Wolf!!!". Da erklingt eine pathetische Musik, so eine Art "Henry-Maske-Hymne" - Wolf Maahn schreitet mit einer übergroßen Taschenlampe durchs Publikum. Er springt auf die Bühne und greift zur Gitarre. Seine Erscheinung ist irgendwie zeitlos, man hat das Gefühl, er habe sich seit seinem Super-Hit "Fieber" nicht verändert. Das war 1984. Na gut, das Haar ist schütterer geworden, aber ansonsten ist alles wie vor 20 Jahren.
Von Anfang an ist klar: Heute Abend wird pure Musik gespielt - keine Showmätzchen, keine gestelzten Posen, keine Augenwischerei. Schon nach den ersten Klängen erfasst das Publikum eine leidenschaftliche Begeisterung: Die gut gefüllte Fabrik singt, wippt und schaukelt mit. Das Konzertprogramm entstammt größtenteils dem aktuellen Album "Direkt ins Blut 2" - ein Stilmix aus Rock, Country, Soul und deutscher Liedermachertradition. Maahn verzichtet auf seine bekannten Stücke, stattdessen spielt er jene Songs, die sonst bei Konzerten nur selten oder gar nicht gespielt werden. Die Musik klingt sehr kraftvoll, rhythmisch, einfühlsam und intensiv. Maahns Bühnenpräsenz zieht das Publikum in seinen Bann. Nach mehr als zwei Stunden ist der Applaus sehr laut - und ganz, ganz glückstrunken.