Finanzielle Sorgen begleiten die Fabrik seit ihrer Gründung vor 35 Jahren. Erst Anfang des Jahres wurden die städtischen Zuschüsse für Deutschlands ältestes Stadtteilkulturzentrum erneut um 89000 Euro gekürzt. Aber manchmal werden Träume wahr und so blickt Geschäftsführer Horst Dietrich derzeit so hoffnungsfroh in die Zukunft wie lange nicht mehr: Denn ein anonymer Stifter hat 800000 Euro für die Ottensener Institution bereitgestellt.
Geld, das nicht nur den inhaltlichen und räumlichen Erweiterungswünschen des 71-Jährigen eine ganz neue Basis bietet, sondern vor allem auch die Zukunft sichern hilft: Zum 1. September wird aus seiner GmbH nämlich die "Fabrik-Stiftung" - und damit per Satzung sichergestellt, dass Dietrichs einstiger Gründungstraum "Kultur für alle" auch nach seinem für 2010 geplanten Rückzug aus dem Stiftungsvorstand weiterlebt.
Natürlich ist dem Maler und Grafiker klar, dass ein Stiftungskapital von 750000 Euro - die restlichen 50000 Euro sind als Anschubsumme für den neu gegründeten Freundeskreis der Fabrik vorgesehen - keine unermesslichen Erträge abwerfen kann. Doch Dietrich ist zuversichtlich, dass durch die neu gewonnene Gemeinnützigkeit weitere Spender dem Gründungsstifter folgen werden und sich so das Kapital bis 2010 auf "zwei bis drei Millionen Euro" erhöhen lässt. So sieht denn der Etatplan für 2010 auch schon 50000 Euro aus Zinserträgen vor - plus Fundraising-Gelder und den Fördermitteln aus dem Freundeskreis.
Letztere sollen dann gezielt in die Zukunftsvorhaben fließen: Sei es nun die geplanten Theater-, Literatur- und Tonstudiowerkstätten, die Musikschule oder auch das demnächst startende Musikprojekt "Young German Jazz" - eine Kooperation mit ACT-Labelboss und Produzent Siggi Loch, bei der junge deutsche Jazzer neben Konzerten in der Fabrik auch zahlreiche Workshops an Hamburger Schulen geben werden. Manchmal werden eben Träume doch wahr.