Wie viel Zeit muss man – pardon: mensch – eigentlich haben?! Der Europarat in Straßburg will den Sexismus bekämpfen und dieses an sich hehre Ziel durch die Einführung einer geschlechtsneutralen Sprache schaffen.
So gilt manchem Eurokraten schon das gute alte Wort „Mutter“ als zu geschlechtsspezifisch, weshalb Mutter (und der Vater gleich mit) durch den bizarren Begriff „Elter“ ersetzt werden soll.
Im Klartext: Für alle Wörter, die eine eindeutig männliche oder weibliche Form haben, muss nun ein neutrales Ersatzwort gefunden werden! Die Darstellung von „Frauen zu Hause“, so heißt es in einer Resolution der Parlamentarischen Versammlung des Rates, sei ein traditionelles Rollenbild, das die Gleichstellung der Geschlechter hemme.
Und wer hat's erfunden? Die Schweizer – vielmehr eine Schweizerin! Doris Stump (60), Nationalrätin im Heidiland, hat in der Hauptstadt Bern bereits dafür gesorgt, dass dort von „Elter“ und „Elternteil“ die Rede ist und Passanten durch „Flaniermeilen“ stolzieren. Und die Schweizer Bundeskanzlei gab bereits 2009 einen 200-seitigen Leitfaden zum Thema heraus.
Auf Doris Stumps Homepage steht der Leitsatz der studierten Lehrerin: „Feminismus ist kein kurzfristiger Arbeitsauftrag.“
Kurzweilig ist hingegen, wie der Europarat (zu dem die Schweiz im Übrigen nicht gehört) reagiert: Sie empfahl den 47 Mitgliedsstaaten prompt, die Verwendung „nicht-sexistischer“ Sprache in den Behörden voranzutreiben.
Ursprünglich hatte Germanistin Stump gefordert, Frauen nicht mehr als „passive und minderwertige Wesen, Mütter oder Sexualobjekte“ darzustellen.
Was das allerdings mit einer Fußgängerzone zu tun hat, wissen wohl nur Stump und der Europarat.
Und zum Schmunzeln noch ein paar Gaga-Empfehlungen für die EU:
Grundkurs statt Anfängerkurs; Gästeparkplatz statt Besucherparkplatz; Flanierzone statt Fußgängerzone; Fahrausweis statt Führerschein; Pausenraum statt Lehrerzimmer; lesefreundlich statt leserfreundlich; Gruppe statt Mannschaft; Beurteilungsgespräch statt Mitarbeitergespräch; Zebrastreifen statt Fußgängerüberweg.
Heidi, Hans und Franz haben sich von Seal getrennt. Dabei hat das penetranteste aller Promi-Paare doch gefühlt so oft geheiratet wie Lothar Matthäus. Da fragt sich die geneigte Leserin: Sind diese alljährlichen Hochzeitswiederholungen am Strand eigentlich mit einer einzigen Scheidung zu erledigen?