Brüssel - Die Staats- und Regierungschefs der 27 EU-Staaten wollen heute über die Besetzung von zwei neuen EU-Spitzenposten entscheiden. Sie müssen sich darüber einigen, wer nach dem Inkrafttreten des Lissabon-Vertrags am 1.12. EU-Ratspräsident und wer «Außenminister» der Union werden soll.
Der derzeitige EU-Ratspräsident und schwedische Regierungschef Fredrik Reinfeldt sagte, er werde sich notfalls in Brüssel die ganze Nacht lang um Einvernehmen bemühen. Sollte dies nicht gelingen, so werde er eine Abstimmung mit einem Mehrheitsvotum erzwingen.
Bundeskanzlerin Angela Merkel sagte, sie wolle gemeinsam mit Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy handeln. Sie sei zuversichtlich, dass es eine Einigung geben werde. In den vergangenen Wochen sind zahlreiche Kandidaten für die beiden Spitzenposten genannt worden. Als Ratspräsident sind unter anderem der Brite Tony Blair, der Luxemburger Jean-Claude Juncker, der Niederländer Jan Peter Balkenende, der Belgier Herman van Rompuy und die Lettin Vaira Vike-Freiberga im Gespräch.