ESSEN
Warum Essen eine Droge ist
Diese Drogen sind in unserem Essen
Diese Drogen sind in unserem Essen
Muskatnuss fürs Speed-Gefühl
Muskatnuss verleiht nicht nur dem Kartoffelpüree Geschmack: Die Aromastoffe Elemicin und Myristicin sorgen für Halluzinationen, unsere Leber wandelt sie in eine Aufputschmittel um. Folge: Euphorie und Hochgefühle wie bei einem Trip mit Speed. Schon eine ganze Nuss kann tödlich wirken.
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Psychostoffe machen Pilze so begehrt
Psychoaktive Inhaltsstoffe machen die Waldgewächse zu effektiven Rauschmitteln - und damit beliebt bei ganz bestimmten "Naturfreunden". Vor allem Porlinge verursachen einen Rausch, der übrigens auf den Giftgehalt im Pilz zurückzuführen ist. Wie bei fast allen Pflanzen sollte die Drogen ursprünglich vor Fressfeinden schützen. Wer allerdings den falschen Pilz erwischt, war das letzte Mal im Leben "high".
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Banane sorgt für den Glücks-Kick
Bananen haben in ihrem Fruchtfleisch eine erhöhte Konzentration der Botenstoffe Serotonin und Dopamin, die der Körper komplett aufnimmt, da ein weiterer Stoff - Salsolinol - die Aufpsaltung hemmt. Wir bekommen einen "Happy-Kick". "Das erklärt, warum Bananen vor allem im Winter beliebt sind", so Udo Pollmer. Übrigens: Bananen mit dunklen Stellen machen besonders glücklich - in ihnen steckt mehr Salsolinol und der Alkohol Ehtanol.
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Kräuter voller Ecstasy-Effekt
Das Küchenkraut Basilikum enthält Eugenol und Methyleugenol - beides Stoffe, die gerne als Betäubungsmittel eingesetzt werden: Zehn Kilo Basilikum und es haut Sie von den Socken. Auch Petersilie ist nicht ohne: Zeitweise wurde sie wegen ihrer berauschenden Stoffe gar zusammen mit Haschich geraucht, das Öl der Pflanze wird tatächlich zur Herstellung von Phenylethylaminen verwendet, das wie Ecstasy wirkt.
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Selbst Saft bringt uns in Stimmung
Was haben ein Glas Saft, ein Glas Wein und ein Joint gemein? Antwort: Acetaldehyd. Das ist der Stoff, aus dem der dicke Brummschädel ist. Er steckt in vielen Lebensmitteln - am meisten in Fruchstaft - und sorgt für ein entspanntes Felling. Biertrinker nehmen noch mehr weiche Drogen zu sich: Hopfen ist ein Verwandter des Hanfs mit gleichen Wirkstoffen. Früher wurde Hopfen deswegen auch geraucht.
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Käse löst Angst und hat sogar Suchtpotenzial
Beim Genuss von Käse werden Exorphine freigesetzt, die Ängste mildern und Schmerzen lindern. Das sogenannte Beta-Casomorphin im Käse macht nicht nur, dass das Produkt vollmundig schmeckt, es macht uns auch ein wenig süchtig. Je öfter wir es essen, desto mehr gewöhnen wir uns daran (und wollen es immer wieder). Die gleichen Stoffe finden sich auch im Fleisch.
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Ketchup statt Kröten schlecken
Ernährungstechnisch ist die Tomate kein Brüller, warum also mögen wir sie? Weil sie Tryptamin und Serotonin enthält - Stimmungsaufheller. Kommen die konzentriert in eine Ketchup-Flasche bildet sich das Halluzinogen Bufotenin, das man von Krötenhaut kennt, die in Südamerika wegen ihrer Rauschiwkung gerne abgeschleckt wird.
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"High-Life" vom Weihnachtsmarkt
In der Weihnachtsbäckerei gibt's so machen Drogenpanscherei: Nelken und Sternanis liefern Amphetamine, Bittermandel Blausäure, die Vanille Anisaldehyd. Im Backofen vermischt sich das im Plätzchen - oder Lebkuchenteig zu einer Drogenmischung mit halluzinogener Wirkung. Gut kommt auch der Glühwein: Der Alkohol bringt die Gewürze erst richtig zur Wirkung.
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Opium in Kopfsalat und Co.
Opium hat jeder von uns gekostet - zumindest Salat-Opium (erkennbar an der bitteren Note in Kopfsalat, Radicchio udn Endiviensalat). Das grüne Opium Thridax macht schläftig, weswegen es in der Antike gerne noch mit Schlafmohn (dem stärksten Lebensmittel -Opiat) verzehrt wurde - als Ur-Schlaftablette quasi. Das Salat-Opium wirkt übrigens auch schmerzlindernd. Extrahiert ist es doppelt so wirksam wie die gleiche Menge Ibuprofen.
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Morphium in Milch und Quark beruhigt uns
In Milch stecken so genante Exorphine (Aminosäureketten), die sich während der Verdauung so umwandeln, dass sie nicht mehr von Morphium unterscheidbar sind. "Exorphine sind sogar in der Muttermilch zu finden, was erklärt, dass Kinder oft an der Brust einschlafen", sagt Lebensmittelchemiker Udo Pollmer. Die Wirkstoffe werden von Drogenjunkies geschätzt. Quark mindert tatsächlich Entzugserscheinungen.
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Promi & Show
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Von Kokain, Heroin und Marihuana haben Sie stets die Finger gelassen? Nie Stimmungsaufheller geschluckt, Ecstasy probiert? Trotzdem nehmen Sie täglich Drogen zu sich, werden von ihnen "high".
Im Essen stecken Stoffe, die wir dort nie vermuten würden. Lebensmittelchemiker Udo Pollmer hat im Buch "Opium fürs Volk" Wissen aus Pharmazie, Lebensmittelchemie und Psychologie zusammengetragen, nach den legalen Drogen gefahndet.
"Gefährlich sind die Wirkstoffe nicht", beruhigt er, "es sei denn, man würde die Lebensmittel kiloweise verputzen: Das macht zum Glcük der Magen nicht mit."
Drogenfahnder müssen also nicht ausrücken. Doch die Erkenntnisse erklären, warum wir nach einigen Speisen so verrückt sind.