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ES GEHT UM EIN ELTERN-FORUM

Schulbehörde will Internetseite zensieren

Nicht nur Schüler geben ihren Lehrern im Internet Noten - längst tauschen sich auch Eltern in Foren über die Qualität ihrer Schulen aus. Und sie nehmen dabei kein Blatt vor den Mund. Erstmals klagt die Hamburger Schulbehörde jetzt gegen einen Eintrag, in dem Lehrer der Grundschule Ratsmühlendamm beschuldigt werden, Kinder zu misshandeln. Sie will, dass "die üble Nachrede" im Internetportal "Schulradar" entfernt wird. Weil die Macher sich weigern, treffen sich die Kontrahenten am 22. April vor dem Landgericht Hamburg.



"Einige Kinder werden von Lehrkräften misshandelt, seelisch wie auch körperlich. Einige Kinder werden von Mitschülern aufs Schlimmste verletzt und erniedrigt. Die Lehrkräfte halten es nicht für nötig, dies zu unterbinden." Diesen schwerwiegenden Vorwurf einer Mutter will die Bildungsbehörde löschen lassen. Und das schon seit Oktober 2008.



Doch das Verfahren verzögert sich. Und die (immer anonymen) Einträge zur Schule Ratsmühlendamm werden täglich länger - sie sind mittlerweile an die 40 Seiten lang. Denn im Netz wütet nun ein Streit zwischen Kritikern und Befürwortern der Schule. "Kinder werden derart hart bestraft, dass sie krank gemacht werden", heißt es etwa. Oder "Gewalt und Mobbing sind an der Tagesordnung". Der neue Schulleiter wird als "völlig überfordert", "Fehlbesetzung" und "lächerlich" bezeichnet.



Der Elternrat hält zur Schulleitung, spricht von einem "begrenzten Personenkreis", der hier haltlose Vorwürfe erhebe. Das sieht die Bildungsbehörde ebenso und fürchtet um das Ansehen ihrer Schulen. "Die Schulaufsicht hat die Vorwürfe der Eltern geprüft, und sie sind absolut ohne Substanz", so Sprecher Jan Bruns.



Auslöser der Netz-Debatte sind die Eltern von zwei Kindern, die auch Anzeige wegen Körperverletzung gegen vier Lehrer erstattet haben. Ihre Kinder haben sie mittlerweile von der Schule genommen. Manuel Weisbrod, Chefredakteur von "Schulradar": "Natürlich schwärzen wir auch machmal Einträge. Aber in diesem Fall habe ich mit den betroffenen Eltern gesprochen. Und ich habe festgestellt, dass es sehr viele Beschwerden gibt, die gut dokumentiert sind.

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Datum:  7.4.2009
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