Genau 132 Tage saß Jörg Kachelmann im Knast. 132 Tage hat er geschwiegen. Zum ersten Mal sprach der 52-Jährige jetzt über seine Zeit in der JVA Mannheim - und über seine Unschuld.
"Es ist das Furchtbarste, was in meinem Leben passiert ist, unschuldig im Gefängnis zu sitzen", sagte Kachelmann. Man könne nichts an der Situation ändern, "das ist etwas, das ich niemanden auf der Welt wünsche, keinem Menschen - egal was mir dieser angetan hat."
Doch seine Erfahrung im Knast-Alltag waren nicht nur negativ: Er habe Respekt und Kameradschaft erlebt, auch Freundschaft zu Mitgefangenen. "Das lässt einen so eine Situation aushalten." Seine größte Stütze hinter Gittern - ein Mitgefangener namens René. Mit ihm teilte er die Essen an die Häftlinge aus. "René ist schon eine enger Kumpel, ein Freund geworden". Er vermisse den Austausch mit ihm, weil er über so viele Tage und Wochen so eng war. "Es ist ein Abschied. Aber es ist ein Abschied von etwas, was ich persönlich nicht mehr erleben möchte."
Doch erspart bleibt ihm nicht der weitere juristische Fortgang. "Dieser Albtraum ist für mich noch nicht zu Ende." Schon am 6. September beginnt der Prozess gegen ihn. Wird er vorm Landgericht Mannheim erscheinen? "Aufgrund meines Wissens, dass ich unschuldig bin, habe ich keinen Grund, mich von irgendetwas fern zu halten, vor irgendetwas wegzulaufen. Und ich wünsche mir, dass sich meine Unschuld in sämtlichen Gremien der deutschen Justiz durchsetzt. Ich bin unschuldig, und kann dazu stehen."
Am Tag der Entlassung feierte Kachelmann noch mit Freunden in einem Kölner Nobel-Italiener. Vorläufig wohnt er in einem Hotel in Rheinland-Pfalz.
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