Jörg Debatin erschien in bester Laune zum Rapport. Erneut musste sich der UKE-Chef nach der Pannen-Serie in seiner Klinik gestern vor dem Wissenschaftsausschuss verantworten diesmal brachte er den Frankfurter Arzt Matthias Schrappe mit, der die Klinikleitung mit einem Gutachten entlastet (MOPO berichtete). Gestern erklärte Schrappe dem Gremium seine Ergebnisse doch die Opposition zweifelt an der Glaubwürdigkeit des Gutachters.
Der Experte lobt den Kollegen Debatin in hohen Tönen. Das UKE werde “nahezu perfekt" geführt, in der Klinik würden Fehler nicht totgeschwiegen. Das sei “fantastisch". Nur bei sechs der 27 untersuchten Pannen hätten die Patienten unter den gemachten Fehlern leiden müssen, zu dauerhaften Gesundheitsschäden sei es dabei nicht gekommen.
Die analysierten Fälle hatte das UKE dem Arzt jedoch selbst vorausgewählt.
Schrappe versichert zwar, unabhängig geprüft und auch eigene Stichproben vorgenommen zu haben dennoch musste er sich einige unangenehme Fragen gefallen lassen.
Die Linke-Abgeordnete Kersten Artus wies etwa darauf hin, dass UKE-Chef Debatin und Schrappe sich aus einem bundesweiten Gesundheits-Gremium kennen.
Und: Sie habe “sehr konkrete Hinweise" darauf, dass ein Patient mit Hirnblutungen im UKE in einem Beobachtungsraum vergessen und später leblos aufgefunden wurde. In einem weiteren ihr vorliegenden Fall sei eine Spenderniere einfach im Müll gelandet. Sowohl Debatin als auch Gutachter Schrappe beteuerten jedoch, solche Fällen seien ihnen nichts bekannt.
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