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ENTHÜLLUNGEN NACH JILLS TOD: Tagebuch einer Magersüchtigen

Sie hat gekämpft, jahrelang, gegen die Magersucht, die ihren Körper und ihre Seele auszehrte. Jill Hausmann hat die Krankheit besiegt, sich endlich, endlich wieder dem Leben zugewandt. Sie, die Überlebende, setzte ihre Kraft dazu ein, anderen magersüchtigen Mädchen Mut zu machen. Im Dezember 2002 löschte ein Raser Jills Leben aus. Sie war 22 Jahre alt. Ihre Mutter hat nun Jills Tagebuchaufzeichnungen veröffentlicht: "Jill - Eine Botschaft für Betroffene mit Essstörungen".



"Liebes Tagebuch", schreibt Jill am 15. Oktober 2001, "es steht mal wieder eine Krankenhausarie an." Sie ist 1,74 Meter groß, wiegt 38 Kilo. Es ist ihr 13. Klinikaufenthalt. "Mami hat vor der Abreise noch Fotos von mir gemacht, und sie konnte ihr Entsetzen nicht unterdrücken." Auch Jill empfindet ihren grauenvoll ausgemergelten Körper als "grotesk hässlich", sie weiß, dass Essen Heilung bedeutet, aber: "Das Gefühl, Nahrung im Magen zu spüren, ist so unglaublich eklig."



Mit bestürzender Hellsichtigkeit zeichnet das einst so hübsche Fotomodell ein Bild seines Lebens: "Ich bin bald 22 Jahre und außer meiner Anorexie habe ich nichts. Keine Freunde, keinen Beruf, keine Hobbys, keinen Sinn im Leben."



Jill beschreibt die Odyssee zwischen Krankenhäusern und Kliniken, die Scham, wenn sie hinausgeworfen wird, weil sie das Gewichtsziel nicht erreicht hat. Inge Hausmann ergänzt die Aufzeichnungen mit eigenen Texten. Die ausgebildete Heilpraktikerin will Jills Botschaft weitergeben. Viele essgestörte Leserinnen schreiben ihr Mails: "Ja, ich will auch leben. Für Jill."



Was wies Jill den Weg zurück ins Leben? Im Oktober 2002 sagte sie in einem TV-Interview: "Gefühle zu haben, zu lieben, geliebt zu werden, das ist der Sinn, weswegen man leben will." Da hatte sie noch acht Wochen zu leben. Sie war nie verliebt.

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