Heute schon herzhaft in einen Apfel gebissen? Oder eine leckere Birne verputzt? Vorsicht: Die EU hat Anfang September neue Grenzwerte für Gifte in Obst und Gemüse festgelegt. Greenpeace schlägt jetzt mit einer neuen Studie Alarm! In 94 Fällen lagen die gemessenen Pestizidwerte über der international empfohlenen Grenze für die tägliche Aufnahme. Und: Kinder sind offenbar extrem gefährdet. Unfassbar: Die EU hat die deutschen Giftgrenzen teilweise um das 500-Fache angehoben. Greenpeace-Lebensmittelchemikerin Ulrike Kallee erklärt, welche Gefahren jetzt in Apfel, Birne und Co. stecken.
- Was sind Pestizide?
Wörtlich übersetzt sind es "Seuchentöter". Die auch Pflanzenschutzmittel oder Biozide genannten Chemikalien sind Gifte, die u. a. Bakterien und Pilze abwehren. In Deutschland werden jährlich um die 30000 Tonnen dieser Gifte verspritzt. Bei Biolebensmitteln ist ihr Einsatz verboten. Aber: Auch in 13 Prozent dieser Produkte wurden Pestizide gefunden. Konventionell angebaute Lebensmittel enthalten pro Kilo im Schnitt 0,84 Milligramm der Gifte, Bioware dagegen nur 0,01 Milligramm.
- Die Risiken
Die neuen Höchstmengen bedeuten zwar nicht zwangsläufig, dass alles Obst und Gemüse im Supermarkt jetzt maximal belastet ist. Aber: Bei 700 von Greenpeace gemessenen Einzelwerten drohen akute oder chronische Krankheiten wie Krebs. Bei Kindern wirken sich Pestizide auf das Wachstum der Organe aus, die noch nicht richtig ausgewachsen sind. Zum Beispiel das Gehirn oder die Geschlechtsteile. Besonders problematisch sind Pestizide für das Kind im Mutterleib.
- Wo kaufen?
"Ich selbst vertraue noch am meisten den Bioläden, kaufe Obst und Gemüse nur noch dort", so Greenpeace-Expertin Ulrike Kallee. "Einerseits schmeckt es einfach besser. Und ich möchte meiner zweijährigen Tochter nicht die neuen Grenzwerte zumuten." Bei Lebensmitteldiscountern will Greenpeace die Werbung der Firmen noch genauer unter die Lupe nehmen. Die Discounter planen allerdings, jetzt eigene, strengere Grenzwerte als die der EU einzuführen.
- Vorbeugen
Eine zu hohe Belastung ist dem Obst und Gemüse nicht anzusehen. Generell sollte Obst geschält und gut abgewaschen werden. Dadurch verringert sich die Pestizidmenge. Allerdings werden mit der Schale auch die meisten Vitamine entfernt.
- Vorsicht
Die größten Mengen an Gift wurden von Greenpeace in Äpfeln, Birnen, Trauben und Paprika gemessen. Wobei deutsche Produkte keineswegs rundweg besser als ausländische abschnitten. Weil die Giftgrenzwerte EU-weit angeglichen wurden, wird auch in Deutschland mehr gespritzt.