Zumindest beim HSV kann es nur Einen geben. Ruud van Nistelrooy ist in Hamburg als Sturmspitze gesetzt – und verbaut damit Mladen Petric den Weg auf seine Lieblingsposition. Nur gut, dass es auch noch die Nationalteams gibt. Dort dürfen beide da ran, wo sie am stärksten sind – und zum Auftakt der EM-Quali präsentierte sich das HSV-Duo prompt in kollektiver Torlaune.
Für van Nistelrooy ging dabei ein Traum in Erfüllung. Nach zwei Jahren durfte er erstmals wieder für die Niederlande auflaufen – und überflügelte durch seinen Treffer beim 5:0 in San Marino gleich einen der Größten des Weltfußballs. Mit seinem 34. Tor im 65. Länderspiel zog er in der ewigen Schützenliste der Oranjes an Johan Cruyff vorbei, ist nun hinter Patrick Kluivert (40), Dennis Bergkamp (37) und Faas Wilkes (35) Vierter.
"Diesen Abend werde ich so schnell nicht vergessen", erklärte van Nistelrooy, der nach 67 Minuten eingewechselt wurde und in der Schlussminute traf. "Es war etwas Gewaltiges in mir, als unsere Nationalhymne gespielt wurde."
Er wird es noch öfter genießen können – denn ganz Holland ist wieder frisch verliebt in seinen alten Helden Ruud. "Er ist ein treuer Liebhaber", lobte Bondscoach Bert van Marwijk. "Wie er sich mit 34 nach so vielen Verletzungen noch reinhängt, ist einfach toll zu sehen."
Am Dienstag gegen Finnland geht Ruuds Jagd auf den Oranje-Thron weiter. Wenn auch zunächst wohl nur als Joker, denn Schalkes Klaas-Jan Huntelaar traf in San Marino gleich dreimal.
Auch Petric (empfängt mit Kroatien Griechenland) plant weitere Großtaten. Wie beim 3:0 in Lettland: Zum 1:0 nickte er selbst ein, das 2:0 legte er Ivica Olic vor. Balsam für den HSV-"Magier", der vor Wochenfrist schon mit einem Bein beim VfB Stuttgart gelandet war – ehe der Wechsel platzte. Am Mittwoch wird Petric nach Hamburg zurückkehren, sein Trainer Armin Veh will alle Irritationen in einem Gespräch ausräumen. Eines aber zeigte Mladen schon am Wochenende: Sein sportlicher Wert steht außer Frage.