Kritische Fragen in Sachen Elbphilharmonie (EP) sind derzeit in Hamburg wenig gelitten. Da zeugt es schon von Courage, wenn sich die Musikhochschule in einer Ringvorlesung ebensolcher Brennpunkte annimmt und in einer Diskussionsrunde fragt, wer denn eigentlich künftig in dem Konzerthaus die Musik machen soll. Fazit: Inhaltlich ist das alles bislang noch wenig durchdacht.
Wenn nur ein Viertel der geplanten Konzerte in der Regie des künftigen Intendanten lägen, gab Matthias Naske, Chef der Philharmonie Luxemburg, zu bedenken, so bedeute dies auch nur einen geringen Einfluss auf das Image des Hauses. Und Konzertveranstalter Pascal Funke ergänzte: "Mit 25 Prozent Eigenanteil lässt sich auf keinem Gebiet eine starke Marke kreieren."
Doch für mehr reicht es schon aus finanziellen Gründen nicht: 3,6 Millionen sind an Zuschüssen für den gesamten Betrieb geplant - Naske erhält diese Summe in seinem halb so großen Konzerttempel allein fürs Programm. Da müsse der Senat den Zuschuss entweder noch kräftig aufstocken oder sich vom hohen Anspruch ans Profil verabschieden, so Funke -pädagogische Veranstaltungen und Kinderkonzertreihen wie in Luxemburg sind bei solch knappen Mitteln nicht drin. Grad auf den Nachwuchs als künftiges Publikum komme es aber an, so Landesmusikratspräsident Wolfhagen Sobirey: Die Elbphilharmonie "wird nur gelingen, wenn wesentlich mehr getan wird für den Musikunterricht". Bleibt viel Arbeit für den Senat.