Nach MOPO-Informationen hat die Stadt die Namensrechte für die Elbphilharmonie an die arabische Fluglinie "Emirates" verkauft - für eine einmalige Zahlung von 100 Millionen Euro!
Schon seit Längerem suchte der Senat einen Geldgeber für das umstrittene Projekt in der HafenCity, dessen Kosten von ursprünglich 77 Millionen auf zuletzt 323 Millionen Euro gestiegen waren. Die Kosten drohten den sowieso schon maroden Haushalt
der Stadt endgültig zu ruinieren. Den entscheidenden Kontakt in die Vereinigten Arabischen Emirate, aus denen "Emirates" kommt, soll ausgerechnet Carsten Frigge (CDU) vermittelt haben. Er war bisher Staatsrat in der Wirtschaftsbehörde und ist seit gestern neuer Finanzsenator in Hamburg. Auf seiner letzten Reise in die Emirate erkundigte sich Emirates-Chef Scheich Sabin Al Schaber nach der Elbphilharmonie. Frigge erzählte ihm von den Problemen.
Es war dann der milliardenschwere Scheich höchstpersönlich, der dem verdutzten Hamburger den Vorschlag unterbreitete, die Namensrechte an dem Konzerthaus zu erwerben. Nach seiner Rückkehr trug Frigge die Idee im Senat vor. "Anfänglich gab es schon Skepsis", erinnert sich ein Teilnehmer aus der Runde. Aber schließlich habe sich doch eine Mehrheit gefunden. Das Geld gab den Ausschlag.
Und darauf haben sich "Emirates" und die Stadt geeinigt: Die Fluglinie, die auch schon beim HSV engagiert ist, zahlt einmalig 100 Millionen Euro in die Staatskasse. Im Gegenzug darf sie für zehn Jahre ihren Namenszug an dem fertigen Gebäude anbringen und weltweit mit der Elbphilharmonie werben. Zudem erhält "Emirates" das Recht, ein Mal im Jahr eine eigene Veranstaltung in dem edlen Gebäude abzuhalten.
Der Senat wollte den Deal gestern noch nicht offiziell bestätigen. Aber, so war aus dem Rathaus zu hören: Ole von Beust will nach Ostern in Anwesenheit von Scheich Sabin Al Schaber den Deal offiziell verkünden.