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Eismeer-Gehege

Tierpark fordert Steuer-Millionen

Fanny zieht um. Die 29 Jahre alte Eisbären-Dame muss ihren Felsen bei Hagenbeck verlassen und sich an ihr neues Zuhause in einem anderen Zoo gewöhnen. Vorübergehend jedenfalls. Denn: Das Eismeer-Gehege wird wegen Baufälligkeit geschlossen (MOPO berichtete). Ein Neubau soll her. Doch wie der finanziert werden soll, ist noch unklar.



Mit Fanny gehen noch vier Seebären, zwei Robben und ein Seehund. Sie werden in verschiedenen Zoos Europas untergebracht. Nur die Pinguine bleiben. Sie kommen zu den Kängurus, die jetzt schon mit Enten zusammenleben und daher kaum Berührungsängste haben werden.



Bisher wohnten die Tiere in einem aus Holz- und Metallstreben gefertigten Kunstfelsen-Gehege, das zu den Hauptattraktionen zählt. Dort bröckelte es in den vergangenen Jahren gewaltig - so sehr, dass die Sicherheit für Mensch und Tier nicht mehr gewährleistet werden kann, so Tierparkchef Joachim Weinlig-Hagenbeck.



Umso weitreichender die Pläne für den Neubau: "Es wird mehr Platz geben und die Möglichkeit, die Tiere auch unter Wasser durch Fenster zu sehen. Außerdem kommen Papageientaucher und Seeelefanten dazu", so Weinlig-Hagenbeck.



20 Millionen Euro soll das kosten. Die Hälfte will der Tierpark selbst aufbringen. Der Rest soll von der Stadt kommen. Die hat allerdings schon 4,6 Millionen Euro für das Affenhaus dazugegeben und zehn Millionen fürs Tropen-Aquarium. Ist das nicht langsam genug?



"Die Stadt hat sich bereits sehr engagiert", so Kulturbehördensprecherin Susanne Frischling. Dennoch gebe es bereits Gespräche mit Hagenbeck. Frischling: "Die Finanzbehörde prüft gerade die Spielräume."



Joachim Weinlig-Hagenbeck schwört: "Danach ist auch Ruhe. Dann gibt's keine größeren Projekte mehr."



Wenn alles glattgeht, soll das Eismeer im Frühjahr 2011 wiedereröffnen. Dann könnten Bärin Fanny und ihre Freunde auch wieder nach Hamburg zurückkehren.

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Datum:  20.11.2008
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